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Bauen und Erhalten in al-Andalus

Bau- und Restaurierungspraxis in der Moschee-Kathedrale von Córdoba

Francine Giese

Die Moschee-Kathedrale von Córdoba zählt zu den Hauptwerken spanisch-islamischer Architektur und markiert als erster Monumentalbau von al-Andalus den Beginn einer der fruchtbarsten Phasen westislamischer Architektur. Welches sind die bautechnologischen Merkmale des Baus und wie ist er innerhalb der islamischen Architektur zu verorten? Welche Veränderungen durchlief die umaiyadische Hauptmoschee von Córdoba nach ihrer Weihung zur Kathedrale im Jahre 1236 und inwiefern beeinflusste diese neue Nutzungsphase die Denkmalpflegestrategien des 19. und 20. Jahrhunderts? Eine kritische Untersuchung der Bau- und Restaurierungspraxis in der einst wichtigsten Moschee des islamischen Westens bietet neue Erkenntnisse zur Architektur von al-Andalus und dem nicht immer einfachen Umgang Spaniens mit seinem islamischen Erbe.

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2.3.5 Fensterverschlüsse

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2.3.5 Fensterverschlüsse

Neben den in arabischen Quellen beschriebenen Öllampen, die zu Tausenden im Cordobeser Betsaal aufgehängt waren331, erfolgte die Be←136 | 137→leuchtung seit dem 8. Jh. über die Aussenfassaden. Lediglich in der al-Ḥakam-Erweiterung sorgten vier Gewölbe mit umlaufendem Fensterkranz für zusätzliches Licht von oben. Während die Hoffassade ursprünglich über eine offene Arkade verfügte, die Licht ungefiltert in den Betsaal einströmen liess, waren die Fensteröffnungen der West-, Süd- und Ostfassaden sowie der Gewölbe mit Fenstergittern (Transennen) besetzt, die lediglich gefiltertes Licht in den Betsaal leiteten (Abb. 34).

Abb. 34. Córdoba, Grosse Moschee, Verteilung der Transennen der Aussenfassaden (aus: Brisch 1966, Abb. 1).←137 | 138→

Während Klaus Brisch in seiner 1966 erschienenen Untersuchung zu den Cordobeser Fenstergittern deren Ornamentgeschichte detailliert studiert hat, wissen wir bis heute vergleichsweise wenig zu ihrer Herstellungsweise332. Und daran ändern auch die in Madīnat az-Zahrāʾ freigelegten Fenstergitter bzw. deren Fragmente nicht viel. Weder Basilio Pavón Maldonado noch Natascha Kubisch kommen in ihren Beiträgen auf technische Aspekte zu sprechen333. Neue Befunde lieferte erst der Archäologen Pedro Marfil Ruiz, der 1998/1999 die Aussenwände der vier Laternen und die dortigen Fenstergitter untersucht hat334.

2.3.5.1 Aussenbau

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