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Morgen-Glantz – 26/2016

Zeitschrift der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft

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Bernhard Jahn and Irmgard Scheitler

Der vorliegende Band 26 der Zeitschrift Morgen-Glantz enthält die überarbeitete Fassung der Vorträge, die an der 25. Tagung der Christian Knorr von Rosenroth-Gesellschaft vom 19.–21. Juni 2015 in Sulzbach-Rosenberg gehalten wurden. Thema der Tagung war: Nicht-aristotelisches Theater in der Frühen Neuzeit. Es werden außerdem weitere Beiträge und Rezensionen im Band veröffentlicht, die zum Aufgabenbereich der Gesellschaft und ihrer Zeitschrift gehören.

Die Zeitschrift Morgen-Glantz, deren Name dem bekanntesten Kirchenlied des Christian Knorr von Rosenroth entlehnt ist (Morgenglanz der Ewigkeit), versteht sich als Forum für wissenschaftliche Beiträge zu Leben und Werk des Autors sowie zu all den Gebieten, die Christian Knorr von Rosenroth mit Interesse verfolgte, also von der deutschen Literatur bis zur Judaica, von der Hofkultur zur Theologie und von der Musik bis zur Geschichte der Naturwissenschaften.

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Deutschsprachiges Musiktheater in München um 1700

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In der Vorrede des 1681 verfassten Librettos Lisimen und Calliste, der ersten deutschsprachigen Oper in München, rechtfertigte Franz Georg von Leublfing seine Versuche auf dem Gebiet der Dichtkunst. Der Autor, ein Diplomat in Diensten des bayerischen Kurfürsten Max Emanuel,1 erwartete, dass „nicht wenig Lateinische Grillen-Fänger / unnd unfundierte Scrupulanten“ „die Nasen rümpffen“ werden. Wenn man über sein „Liebs-Gedichte“ urteile, solle man bedenken, dass auch „ein Claudianus de raptu Proserpina, ein Virgilius, ein Ovidius, und letztlich ein Seneca selbsten / der nach der Welt hinterlassen; so alle an ihrem Orth von der Lieb handeln.“ Man tue ihm Unrecht, wenn man an sein „Wercklein“ allzu hohe Maßstäbe anlege.2

Der folgende Beitrag wirft ein Schlaglicht auf den Stellenwert der wenigen deutschsprachigen Musiktheateraufführungen in München um 1700 und diskutiert, warum sie ein Randphänomen bleiben mussten. In der spärlichen modernen Forschungsliteratur finden sie sich als Beispiele künstlerischen Ungenügens, und der Theaterwissenschaftler Karl Trautmann, der 1889 die bisher umfassendste Darstellung deutschsprachigen Theaters am Münchner Hof vorlegte, spottete über die „kunstvolle Anlage“ des Librettos; auch spätere deutschsprachige Münchner Libretti sei ← 291 | 292 → en vom „Leublfingschen Geiste durchweht“.3 Das auf 1694 datierte Libretto Leoldo und Leona erschien Robert Münster fälschlich als eine „Parodieoper, in welcher alle in den italienischen Opern vorkommenden Unzulänglichkeiten vergrößert und vergröbert wurden“4 – allerdings war der Text von den Autoren sicherlich nicht als Parodie intendiert.

Dass...

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