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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750) IV

Beiträge zur vierten Arbeitstagung in Palermo (April 2015)

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Laura Auteri, Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

In Fortsetzung des Arbeitsprogramms der Forschungsgruppe widmet sich dieser Band einer ungewohnten Perspektive der Rezeptionsliteratur, nämlich der Aufnahme von historischen Figuren und literarischen Werken der frühen Neuzeit in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Von der Melusinenlegende bis zu den utopischen Entwürfen des 17. Jahrhunderts wird das Fortleben dieser Stoffe an zahlreichen Beispielen illustriert. Dabei stellt sich heraus, dass geeignete Figuren sehr häufig für die nationalistische Propaganda der Moderne instrumentalisiert werden.

Der Festvortrag von P. Andersen über die staufische Literatur enthält eine bemerkenswerte These zur Identität von Hartmann von Aue.

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Der Bauernkrieg in den Singspielen Yaak Karsunkes und Martin Walsers: Bauernoper und Das Sauspiel (Michael Dallapiazza)

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Der Bauernkrieg in den Singspielen Yaak Karsunkes und Martin Walsers: Bauernoper und Das Sauspiel

Michael Dallapiazza (Bologna)

Zusammenfassung: Nach dem Ende der 68er Bewegung entstehen in der alten BRD in kurzer Folge drei Dramen, die sich offenbar die Auseinandersetzung mit deren Scheitern zum Ziel gesetzt haben und dazu die gescheiterten Bauernaufstände zu Beginn des 16. Jh.s und die Rolle der Reformation darin als Hintergrund wählen. Während sich Walsers ambitioniertes Stück Das Sauspiel in die Rollen der Intellektuellen Nürnbergs hineinversetzen will, um letztlich intellektuelle Selbstkritik in der Zeit nach 68 zu üben, stellt Karsunke die „einfachen Leut“ in ihrem Scheitern auf die Bühne. Während Walsers Stück zu keinem größeren Publikum finden konnte, wird Karsunkes Bauernoper seit dem Jahr 2000 an den regionalen Bühnen Baden-Württembergs mit Erfolg wiederentdeckt.

Stichwörter: Yaak Karsunke; Martin Walser; Bauernkrieg; Reformation; Thomas Müntzer.

Kaum waren die Barrikaden der ja am Ende doch nicht erfolglosen Bewegung von 1968 abgebaut und die totgesagte Literatur als von Reich-Ranicki so bezeichnete Neue Subjektivität auf einmal lebendiger denn je, erschienen in der BRD in kurzer Folge drei Theaterstücke zum deutschen Bauernkrieg. Diese der besagten Neuen Subjektivität zuzuordnen, wäre sicherlich abwegig. Sie schienen eher wie aus der Zeit gefallen, politisch wie literarisch. Es waren die beginnenden Jahre jener bleiernen Zeit, die sich in den Worten mancher konservativen Redakteure oder Politiker als eine Art Gegenreformation zu 68 hätte entwickeln...

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