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Die Bedeutung der Rezeptionsliteratur für Bildung und Kultur der Frühen Neuzeit (1400–1750) IV

Beiträge zur vierten Arbeitstagung in Palermo (April 2015)

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Edited By Laura Auteri, Alfred Noe and Hans-Gert Roloff

In Fortsetzung des Arbeitsprogramms der Forschungsgruppe widmet sich dieser Band einer ungewohnten Perspektive der Rezeptionsliteratur, nämlich der Aufnahme von historischen Figuren und literarischen Werken der frühen Neuzeit in der deutschen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts. Von der Melusinenlegende bis zu den utopischen Entwürfen des 17. Jahrhunderts wird das Fortleben dieser Stoffe an zahlreichen Beispielen illustriert. Dabei stellt sich heraus, dass geeignete Figuren sehr häufig für die nationalistische Propaganda der Moderne instrumentalisiert werden.

Der Festvortrag von P. Andersen über die staufische Literatur enthält eine bemerkenswerte These zur Identität von Hartmann von Aue.

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Festvortrag. Ist ‚Hartmann von Aue‘ ein Künstlername Heinrichs VI.? (Peter Hvilshøj Andersen-Vinilandicus)

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Festvortrag

Ist ‚Hartmann von Aue‘ ein Künstlername Heinrichs VI.?

Peter Hvilshøj Andersen-Vinilandicus (Strasbourg)

Zusammenfassung: Mit mehr als 26000 Versen ist Hartmann der produktivste deutschsprachige Dichter des 12. Jahrhunderts. Er nennt sich ‚von Aue‘ und betont seine Gelehrsamkeit und seinen Status als Ritter. Seine Herkunft ist nach mundartlichen Kriterien im südwestlichen Teil des Herzogtums Schwaben zu suchen, also auch im Elsass. Paradoxerweiser stellt sich der Dichter in seinem Debütwerk, der Klage¸ als Herr, in seinem Schwanengesang, dem Armen Heinrich, als Dienstmann vor. Urkundlich lässt sich kein entsprechender Namensvetter ermitteln. Hartmanns Schaffenszeit, seine schwäbische Herkunft, sein markantes Interesse für das Königtum im Erec und im Iwein, die autobiographisch anmutende Novelle vom vorbildlichen, an schwerer Krankheit leidenden Ritter Heinrich und Gottfrieds Doppellob auf den Ouwaere und die Nachtigall von Hagenau legen nahe, dass ‚Hartmann von Aue‘ in Wirklichkeit ein sprechender Künstlername Heinrichs VI. ist. Der Name Hartman evoziert zugleich Grausamkeit und Leidensfähigkeit, der doppelsinnige Beiname Owe zum Teil Lebensschmerz. Er wurde jedoch von Gottfried eindeutig auf die elsässische Kaiserpfalz Hagenau, der Hauptresidenz der Hohenstaufen, bezogen.

Stichworte: Der Arme Heinrich; Balduin V. von Hennegau; Denominatio regnorum imperio subjectorum; Gottfried von Straßburg; Gottfried von Viterbo; Hagenau; Hartmann von Aue; Heinrich VI.; Mainzer Hoffest; Salerno.

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