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Der Kunst ausgesetzt

Beiträge des 5. Internationalen Kongresses für Kirchenmusik, 21.–25. Oktober 2015 in Bern

Series:

Thomas Gartmann and Andreas Marti

Ein reiches Programm mit Konzerten und Gottesdiensten, Referaten und Diskussionen prägte den 5. Internationalen Kirchenmusikkongress, der Ende Oktober 2015 in Bern stattfand. Dabei wurde das Verhältnis von Religion, Kirche und Liturgie zur Musik aus musikwissenschaftlicher, historischer und theologischer Sicht betrachtet. Der Kongressband enthält die Hauptreferate, aber auch Beiträge zu einigen der Workshops, die zwischen Reflexion und Praxis vermittelten – von Perspektiven des zukünftigen Orgelbaus bis zu Möglichkeiten des Zusammenwirkens von Musik und Liturgie.
Aufgenommen wurde auch eine Auswahl von Einblicken in die Arbeitsgebiete von Doktorandinnen und Doktoranden, die diese im Rahmen eines Forschungskolloquiums präsentiert hatten; zudem wird der Schlussgottesdienst des Kongresses im Berner Münster dokumentiert – mit der Predigt, Beiträgen zur Zusammenarbeit und zum Entstehungsprozess der Neukomposition von Lukas Langlotz und Gedanken von Teilnehmenden.
Ergänzt wird der Band durch eine Übersicht über alle Veranstaltungen und einen Bericht zu den vorhergehenden Kongressen.

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Verschwendung aus Freude. Anmerkungen zu Stockhausens Vertonung des Pfingsthymnus (Roman Brotbeck)

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Verschwendung aus Freude

Anmerkungen zu Stockhausens Vertonung des Pfingsthymnus



ROMAN BROTBECK

Karlheinz Stockhausen (1928–2007) war einer der gläubigsten Komponisten des 20. Jahrhunderts, bis zum dreißigsten Lebensjahr als praktizierender Katholik, später von fernöstlichen Religionen angezogen und ab den 1970er-Jahren unter Einfluss des Buches Urantia, einer 1955 in Chicago publizierten kosmischen Ersatzbibel. «Urantia» bezeichnet in diesem Buch den Planeten Erde. Stockhausens monumentaler und sieben abendfüllende Teile umfassender Opernzyklus Licht ist über die Zentralgestalten des Buches Urantia geschrieben worden. In der Kosmologie von Urantia ist Michael kein Erzengel, sondern Gottes Sohn, und Jesus dessen Inkarnation auf Erden. Ein Leben lang schrieb Stockhausen Musik zum Lobe Gottes. Bereits sein erstes streng serielles Werk heißt Kreuzspiel (1951), weil das Schema der Permutationen die Form eines Kruzifixes aufweist. Titel wie Der Gesang der Jünglinge, Mantra, Hymnen, Prozession, Für kommende Zeiten, Am Himmel wandere ich, Sirius verweisen alle auf das geistliche, wenn auch nie liturgische Anliegen seiner Musik. Stockhausen hat sich damit das Leben gerade in Deutschland nicht leicht gemacht, denn in der von der kritischen Frankfurter Schule und insbesondere Theodor W. Adorno geprägten Szene der Neuen Musik war seine offen nach außen getragene Religiosität ständiger Anlass des Spottes.

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