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Der Kunst ausgesetzt

Beiträge des 5. Internationalen Kongresses für Kirchenmusik, 21.–25. Oktober 2015 in Bern

Series:

Thomas Gartmann and Andreas Marti

Ein reiches Programm mit Konzerten und Gottesdiensten, Referaten und Diskussionen prägte den 5. Internationalen Kirchenmusikkongress, der Ende Oktober 2015 in Bern stattfand. Dabei wurde das Verhältnis von Religion, Kirche und Liturgie zur Musik aus musikwissenschaftlicher, historischer und theologischer Sicht betrachtet. Der Kongressband enthält die Hauptreferate, aber auch Beiträge zu einigen der Workshops, die zwischen Reflexion und Praxis vermittelten – von Perspektiven des zukünftigen Orgelbaus bis zu Möglichkeiten des Zusammenwirkens von Musik und Liturgie.
Aufgenommen wurde auch eine Auswahl von Einblicken in die Arbeitsgebiete von Doktorandinnen und Doktoranden, die diese im Rahmen eines Forschungskolloquiums präsentiert hatten; zudem wird der Schlussgottesdienst des Kongresses im Berner Münster dokumentiert – mit der Predigt, Beiträgen zur Zusammenarbeit und zum Entstehungsprozess der Neukomposition von Lukas Langlotz und Gedanken von Teilnehmenden.
Ergänzt wird der Band durch eine Übersicht über alle Veranstaltungen und einen Bericht zu den vorhergehenden Kongressen.

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Hans Werner Henzes Requiem als stummer Pate von Jörg Widmanns orchestraler Messe (Florian Henri Besthorn)

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Hans Werner Henzes Requiem als stummer Pate von Jörg Widmanns orchestraler Messe



FLORIAN HENRI BESTHORN

2005 komponiert Jörg Widmann eine konzertante Messe für die Münchner Philharmoniker, bei der das großbesetzte Symphonieorchester auch die Rollen der ausgesparten Solisten, Chöre und einer Orgel zu übernehmen hat. Bereits in den vorangegangenen zwei Orchesterwerken Lied (2003) und Chor (2004) erforscht der Komponist die ‹Singfähigkeit› des Orchesters, indem er – die Melodie-Gestaltung Schuberts aufgreifend – in Lied ein ‹Instrumentales Singen› kreiert, das er im Jahr darauf zu einem enormen, einstimmigen ‹Chorgesang› der Orchesterinstrumente erweitert. Auf beides greift Widmann in seiner Messe zurück, wobei hier zudem Parallelen zu Hans Werner Henzes – ebenfalls wortlosem1 – Requiem. Neun geistliche Konzerte für Klavier solo, konzertierende Trompete und großes Kammerorchester (1990–1992) gezogen werden können.2 Auch wenn die Klangsprache – insbesondere in den beiden eröffnenden «Introitus»-Sätzen3 – teils sehr kontrastierend ist, lassen sich zahlreiche Gemeinsamkeiten ausmachen.

Hierzu seien einige Selbstäußerungen Henzes zum Werk zitiert, die – wie nachfolgend gezeigt – in ähnlicher Gestalt für Widmanns Messegelten können. Henze spricht von seiner «ganz persönliche[n] Art von Umgang mit der katholischen Liturgie und ihren lateinischen Inhalten», die er trotz des verwendeten Bilder- und Metaphernreichtums als «Werk ← 181 | 182 → absoluter Musik» vertont. Dabei werden «harmonische (und auch melodische) Wendungen aus der deutschen Romantik abgerufen» und das «menschlich[e] Singe[n] [...] den Instrumentalisten anvertraut», von denen erwartet wird, «daß sie die Wörter...

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