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Der Kunst ausgesetzt

Beiträge des 5. Internationalen Kongresses für Kirchenmusik, 21.–25. Oktober 2015 in Bern

Series:

Thomas Gartmann and Andreas Marti

Ein reiches Programm mit Konzerten und Gottesdiensten, Referaten und Diskussionen prägte den 5. Internationalen Kirchenmusikkongress, der Ende Oktober 2015 in Bern stattfand. Dabei wurde das Verhältnis von Religion, Kirche und Liturgie zur Musik aus musikwissenschaftlicher, historischer und theologischer Sicht betrachtet. Der Kongressband enthält die Hauptreferate, aber auch Beiträge zu einigen der Workshops, die zwischen Reflexion und Praxis vermittelten – von Perspektiven des zukünftigen Orgelbaus bis zu Möglichkeiten des Zusammenwirkens von Musik und Liturgie.
Aufgenommen wurde auch eine Auswahl von Einblicken in die Arbeitsgebiete von Doktorandinnen und Doktoranden, die diese im Rahmen eines Forschungskolloquiums präsentiert hatten; zudem wird der Schlussgottesdienst des Kongresses im Berner Münster dokumentiert – mit der Predigt, Beiträgen zur Zusammenarbeit und zum Entstehungsprozess der Neukomposition von Lukas Langlotz und Gedanken von Teilnehmenden.
Ergänzt wird der Band durch eine Übersicht über alle Veranstaltungen und einen Bericht zu den vorhergehenden Kongressen.

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Kirchenmusikalische Gruppen als Praktiken der Selbsttranszendenz (Julia Koll)

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Kirchenmusikalische Gruppen als Praktiken der Selbsttranszendenz



JULIA KOLL

Wie hängen musikalische, religiöse und soziale Aspekte in kirchenmusikalischen Gruppenbildungen miteinander zusammen? Diese Frage stand am Anfang eines Forschungsprojekts im Bereich der empirischen Kirchenmusikforschung. Als Forschungsgegenstand wurde das zumindest in den deutschen evangelischen Kirchen klassische Gruppenformat des Posaunenchors gewählt – nicht zuletzt weil seine ebenso von Kontinuität wie Wandel geprägte Geschichte, die relative Heterogenität seiner Mitglieder und die instrumentalmusikalische Prägung reizvolle Ergebnisse erwarten ließen. In Zusammenarbeit mit drei regionalen Posaunenwerken wurde im Frühsommer 2012 eine quantitative Fragebogenstudie in norddeutschen Posaunenchören durchgeführt. Etwa 60 % aller angeschriebenen Chöre nahmen an der Befragung teil; die Rücklaufquote war damit erfreulich hoch. Die beiden SPSS-Datensätze setzen sich zusammen aus n = 5433 (Mitglieder) beziehungsweise n = 510 (Chorleiterinnen und Chorleiter).

Auf der Grundlage der vorliegenden Daten erscheinen Posaunenchöre als alters-, geschlechter- und milieudurchmischte Gruppen, in denen die geteilte Freude am Musizieren und das Sich-Wohlfühlen in der Chorgemeinschaft als Bindekräfte wirken. Insbesondere das Generationsübergreifende der Praxis und die Betonung der Inklusivität («Jede/r kann mitmachen») bei durchschnittlich ausgeprägtem musikalischem Ehrgeiz prägen das kollektive Selbstverständnis. In praktisch-theologischer Hinsicht ist zu vermerken, dass die Mitwirkung im Posaunenchor laut Datenlage einen verstärkenden Effekt auf die Kirchenbindung der einzelnen Mitglieder ausübt. Auch stellt das Musizieren im Gottesdienst überraschenderweise nach der wöchentlichen Probe die zweitbeliebteste Aktivität dar – und dies auch bei j...

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