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Topographien der Antike in der literarischen Aufklärung

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Edited By Annika Hildebrandt, Charlotte Kurbjuhn and Steffen Martus

«Die Antike» als eine der zentralen Referenzen der deutschen Aufklärung ist keineswegs homogen, sondern zeichnet sich durch ihre Pluralität aus. Namen und eben auch Lokalitäten implizieren auf kompakte Weise ästhetische Konzepte, anthropologische Programme, ethisch-moralische Normen, Gesellschaftsmodelle, politische Orientierungen oder Ideale literarischer Kommunikation. Die antike Tradition verfügt über eine interne Topographie mit verschiedenen anspielungsreichen Orten; und sie wird von bestimmten Orten aus adressiert und vereinnahmt. In Poetiken und Vorreden, in Bildprogrammen von Titelkupfern und Vignetten oder in Entscheidungen für Gattungen, Sujets und Motive trägt der Rekurs auf die Antike dazu bei, wiedererkennbare Profile zu etablieren. Dabei interagieren literarische Projekte mit einer Vielzahl von Faktoren, die sich aus den regionalen Bedingungen herleiten.

Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Ordnungen, die dieser Pluralität der Antike im 18. Jahrhundert zugrunde liegen. Sie fragen danach, wie die literarische Aufklärung auf das vielfältige Angebot der Überlieferung zugreift, um Positionen in den Konkurrenzen und Allianzen des literarischen Feldes zu kennzeichnen.

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Klassiker Ein Jahrhundertdiskurs und seine topographischen Topoi (Daniel Fulda)

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DANIEL FULDA

Klassiker

Ein Jahrhundertdiskurs und seine topographischen Topoi

I.  „Zur Verbesserung unsrer Litteratur“: Friedrich II. reist durch Europa

    Ich mache mit Griechenland, dieser Wiege der schönen Künste, den Anfang. Die Sprache der griechischen Nation ist die harmonischste von allen, welche je geredet worden. Ihre ersten Theologen und Geschichtschreiber waren Dichter. Diese brachten glückliche Wendungen in ihre Sprache, wurden Schöpfer einer Menge mahlerischer Ausdrücke, und für alle ihre Nachfolger, Lehrer der Kunst, sich mit Anmuth, Feinheit und Würde auszudrücken.

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