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Topographien der Antike in der literarischen Aufklärung

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Edited By Annika Hildebrandt, Charlotte Kurbjuhn and Steffen Martus

«Die Antike» als eine der zentralen Referenzen der deutschen Aufklärung ist keineswegs homogen, sondern zeichnet sich durch ihre Pluralität aus. Namen und eben auch Lokalitäten implizieren auf kompakte Weise ästhetische Konzepte, anthropologische Programme, ethisch-moralische Normen, Gesellschaftsmodelle, politische Orientierungen oder Ideale literarischer Kommunikation. Die antike Tradition verfügt über eine interne Topographie mit verschiedenen anspielungsreichen Orten; und sie wird von bestimmten Orten aus adressiert und vereinnahmt. In Poetiken und Vorreden, in Bildprogrammen von Titelkupfern und Vignetten oder in Entscheidungen für Gattungen, Sujets und Motive trägt der Rekurs auf die Antike dazu bei, wiedererkennbare Profile zu etablieren. Dabei interagieren literarische Projekte mit einer Vielzahl von Faktoren, die sich aus den regionalen Bedingungen herleiten.

Die Beiträge dieses Bandes analysieren die Ordnungen, die dieser Pluralität der Antike im 18. Jahrhundert zugrunde liegen. Sie fragen danach, wie die literarische Aufklärung auf das vielfältige Angebot der Überlieferung zugreift, um Positionen in den Konkurrenzen und Allianzen des literarischen Feldes zu kennzeichnen.

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Die ,Verurtümlichung‘ Homers – ein Beispiel transnationaler Antiketransformation: Die Rezeption des homerischen ,Barden‘ in Großbritannien und Deutschland im 18. Jahrhundert (Maike Oergel)

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MAIKE OERGEL

Die ‚Verurtümlichung‘ Homers – ein Beispiel transnationaler Antiketransformation:

Die Rezeption des homerischen ‚Barden‘ in Großbritannien und Deutschland im 18. Jahrhundert

Dieser Beitrag verfolgt die Rezeption Homers im 18. Jahrhundert in Großbritannien und Deutschland und untersucht, in welchem Maße sich die Verschiebung des Homer-Bildes vom neu-humanistischen „prince of poets“,1 das sich noch in Alexander Popes Vorstellung von Homer als Individualgenie spiegelt, hin zum wandernden Volkssänger in der Vorstellung des ausgehenden 18. Jahrhunderts als Teil eines interdisziplinären und transnationalen Prozesses bezüglich des Antikeverständnisses identifizieren lässt. Ein solcher musterhafter Prozess würde Aufschluss über gegenwartsbestimmte Grundvorstellungen und deren Veränderungen geben. Viele Aspekte des Homer-Bildes und der Bardenfigur im 18. Jahrhundert sind gut erforscht; hier soll jedoch aus der Perspektive der Transformationstheorie eine Neuevaluierung unternommen werden, um historische Semantiken klarer herauszuarbeiten.

I.  Aspekte des Homer-Bildes

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