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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

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Edited By Steffan Davies and David Midgley

Das Verhältnis Mensch – Natur und das Leben in einer technisierten Welt sind Themenbereiche, die Alfred Döblin in seinen Erzählwerken und Essays immer wieder – und in mannigfaltigen Beziehungen – erkundet hat. Die hier versammelten Beiträge bieten neue Einsichten in die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Sie befassen sich mit seiner Aufarbeitung der mit der Technik verbundenen Wissenskultur und sozialer Praxis, mit den Beziehungen zwischen seiner Thematik und aktuellen Erörterungen des ‚Posthumanen’ sowie mit Aspekten seiner Erzählpraxis und ethischen Orientierung, die mit diesen Themen verbunden sind. Der Band dokumentiert das 21. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2017 zum Thema „Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins" in Cambridge, England, tagte.

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Elcio Loureiro Cornelsen: „Mir ist keine seellose Materie bekannt.“ Alfred Döblins ‚beseelter‘ Naturalismus

„Mir ist keine seellose Materie bekannt.“

Alfred Döblins ‚beseelter‘ Naturalismus

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Elcio Loureiro Cornelsen

Abstract: Dieser Beitrag untersucht anhand von Döblins Aufsatz „Die Natur und ihre Seelen“ (1922) die Entfaltung seiner naturphilosophischen Spekulationen in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg. Der ‚beseelte‘ Naturalismus, den Döblin in diesem Aufsatz vertritt, wird einerseits mit älteren philosophischen Traditionen (Giordano Bruno und Spinoza), andererseits mit zwei prominenten naturphilosophischen Richtungen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Gustav Theodor Fechner und Ernst Haeckel) verglichen, und auf dieser Grundlage werden die Spuren des spinozistischen Pantheismus in Döblins Aufsatz herausgearbeitet. Zum Schluss wird auf die Unvereinbarkeit von Döblins Ausführungen mit einem Personenbegriff hingewiesen, der auf der Vorstellung einer Besonderheit der Menschen gegenüber den anderen Geschöpfen beruht.

Keywords: Alfred Döblin; Die Natur und ihre Seelen; Naturphilosophie; Ernst Haeckel; Gustav Theodor Fechner.

Hauptziel dieses Beitrags ist es, einige zentrale Aspekte von Döblins Aufsatz „Die Natur und ihre Seelen“ (1922) zu erörtern.1 Nach dem Ersten Weltkrieg beginnt die Phase von Döblins intensivem Philosophieren über die Natur. Die Erlebnisse im Krieg scheinen der entscheidende Faktor gewesen zu sein, der zur Auslösung von Döblins naturphilosophischen Spekulationen führte. Denn sie bewirkten in Döblin eine Skepsis gegenüber dem technischen Fortschritt, der im Dienst von Großmächten militärisch missbraucht wurde und sich in den Materialschlachten widerspiegelte.

Darüber hinaus geht es in den ‚naturphilosophischen‘ Schriften nicht nur um Döblins Ziel, eine bessere Befriedigung der philosophischen und religiösen...

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