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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

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Edited By Steffan Davies and David Midgley

Das Verhältnis Mensch – Natur und das Leben in einer technisierten Welt sind Themenbereiche, die Alfred Döblin in seinen Erzählwerken und Essays immer wieder – und in mannigfaltigen Beziehungen – erkundet hat. Die hier versammelten Beiträge bieten neue Einsichten in die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Sie befassen sich mit seiner Aufarbeitung der mit der Technik verbundenen Wissenskultur und sozialer Praxis, mit den Beziehungen zwischen seiner Thematik und aktuellen Erörterungen des ‚Posthumanen’ sowie mit Aspekten seiner Erzählpraxis und ethischen Orientierung, die mit diesen Themen verbunden sind. Der Band dokumentiert das 21. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2017 zum Thema „Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins" in Cambridge, England, tagte.

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Marion Brandt: „Es wölbt sich meerestief, abgrundtief über mir mit blinkenden Gestirnen.“ Das Motiv des Sternenhimmels in Alfred Döblins Reise in Polen

„Es wölbt sich meerestief, abgrundtief über mir mit blinkenden Gestirnen.“ Das Motiv des Sternenhimmels in Alfred Döblins Reise in Polen

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Marion Brandt

Abstract: In dem Beitrag wird Döblins Polenbuch einschließlich der im Nachlass enthaltenen Handschriften nach der Gestaltung eines Motivs befragt, das Döblin in mehreren seiner Werke verwendet, um mit ihm das Verhältnis zwischen dem Menschen und dem Weltwesen (der Natur) zu beschreiben. Reise in Polen enthält eine Variationsreihe des Himmelsmotivs, das über mehrere Kapitel hinweg die Begegnung des Erzählers mit einer über dem Menschen existierenden Instanz begleitet und verschiedene Bedeutungsebenen entfaltet. So verbindet Döblin mit ihm eine Kritik des Rationalismus: Für seinen Erzähler wird das Dunkel zu einem Raum der Erkenntnis, in dem dieser sich dem religiös-mystischen Denken und damit einem anderen „Licht“ als dem der Vernunft nähert. Die Analyse des Motivs bestätigt die These, dass Döblin bereits in Reise in Polen von der zentralen Stellung des Menschen in einer als beseelt gedachten Natur spricht.

Keywords: Reise in Polen, Literatur und Religion, Mystik, Naturphilosophie

Die Polenreise und die anschließende Ausarbeitung des Reisejournals fallen in eine Zeit, in der Döblin sein Bild vom Menschen und dessen Stellung zur und in der Natur veränderte. Zu dem Erkenntnisprozess, in dem er sich in der Mitte der 1920er Jahre befand, schrieb er im Spätsommer/Herbst 1926, dass er seit „ein, zwei Jahren merkwürdig innerlich in Fluß [sei]. Ich bin dabei, eine neue Stellung zum – Geistigen einzunehmen. […] Der Mensch als Ich, als Seelenwesen, als Geistiges, geht mir ganz, ganz langsam auf...

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