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Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium Cambridge 2017

Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins

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Edited By Steffan Davies and David Midgley

Das Verhältnis Mensch – Natur und das Leben in einer technisierten Welt sind Themenbereiche, die Alfred Döblin in seinen Erzählwerken und Essays immer wieder – und in mannigfaltigen Beziehungen – erkundet hat. Die hier versammelten Beiträge bieten neue Einsichten in die Entwicklung von Döblins Natur- und Weltauffassung. Sie befassen sich mit seiner Aufarbeitung der mit der Technik verbundenen Wissenskultur und sozialer Praxis, mit den Beziehungen zwischen seiner Thematik und aktuellen Erörterungen des ‚Posthumanen’ sowie mit Aspekten seiner Erzählpraxis und ethischen Orientierung, die mit diesen Themen verbunden sind. Der Band dokumentiert das 21. Internationale Alfred-Döblin-Kolloquium, das 2017 zum Thema „Natur, Technik und das (Post-)Humane in den Schriften Alfred Döblins" in Cambridge, England, tagte.

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David-Christopher Assmann: Zur Funktion des Mülleimers in Döblins Die Ermordung einer Butterblume

Zur Funktion des Mülleimers in Döblins Die Ermordung einer Butterblume

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David-Christopher Assmann

Abstract: Der Beitrag argumentiert, dass Döblins Kurzprosastück Die Ermordung einer Butterblume einer Poetik des Mülls folgt. Die Erzählung performiert ein starkes Interesse an Praktiken der Beseitigung von zerbrochener Materialität und partizipiert an Darstellungsverfahren von Müll, wie sie im zeitgenössischen hygienischen Diskurs zu finden sind. Beides zusammen genommen erlaubt es, die von der Forschung konstatierte, schwer auf einen Nenner zu bringende Vielzahl an Lektüren mit der Textorganisation zu korrelieren: Am Müll orientiert holt der Text die asyndetische Anordnung sowohl der Elemente seines Syntagmas als auch möglicher kultureller Paradigmen, in denen er verortet wird, poetologisch ein.

Keywords: Döblin, Müll, Abfall, Asyndese, Verfahren, Diskurs, Materialität, Hygiene

Müsste man Döblins vermutlich 1905 entstandenes Kurzprosastück Die Ermordung einer Butterblume auf nur zwei Begriffe bringen, so wären dies wohl Asyndese und Psychiatrie. Asyndese, weil sowohl die szenischen Episoden und raffenden Passagen der Erzählung als auch einzelne Absätze und Sätze bis hin zu Satzbestandteilen und Attributen unter Verzicht auf „Koordinierungsmerkmale[] tradierter Art“1 größtenteils lediglich parataktisch aneinandergefügt sind. Bereits Thomas Anz hat im Anschluss an Silvio Vietta pointiert von „relative[r]; Unverbundenheit“2 gesprochen, um dieses Verfahren zu beschreiben. Denn auch wenn im Überblick zwar nicht wie später im expressionistischen Reihungsstil das „Prinzip des Bruchs und der Diskontinuität“3 bereits vollständig die Überhand gewinnt, ergibt sich doch ein ←115 | 116→relativ „disparater Eindruck“.4...

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