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MIMOS 2020

Jossi Wieler

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Edited By Paola Gilardi

Jossi Wieler ist einer der prägendsten Schauspiel- und Opernregisseure im deutschsprachigen Raum. Kreation im Dialog und tiefgründige Erkundungen eines Stoffs auf seine gesellschaftspolitische Relevanz für die Gegenwart zeichnen sein Schaffen aus. Mehrstimmig gibt der vorliegende Band Einblick in seine Arbeitsweisen, die wechselseitige Inspiration im Probenprozess und die Ethik seiner Ästhetik.

Jossi Wieler est l’un des metteurs en scène de théâtre et d’opéra les plus influents de l’espace germanophone. Son art repose sur la création en dialogue et sur une exploration des pièces et partitions à la recherche de leur pertinence pour le monde d’aujourd’hui. A plusieurs voix, cet ouvrage met en lumière sa démarche, l’inspiration mutuelle dans le processus de répétition, et l’éthique de son esthétique.

Jossi Wieler è uno dei registi teatrali e d’opera più apprezzati nel mondo germanofono. La creazione in dialogo e lo scavo nelle pièce e partiture al fine di estrapolarne la rilevanza per il presente caratterizzano il suo lavoro. A più voci, questo volume mette in luce il suo approccio, l’importanza dell’ispirazione reciproca nel processo creativo, e l’etica della sua estetica.

As one of the defining theatre and opera directors in the German-speaking world, Jossi Wieler has developed his signature style by creating ideas through dialogue and dissecting works for their socio-political relevance for present-day audiences. In this volume, a range of voices shed light on his working methods, the significance of reciprocal inspiration in the creative process and the ethics of his aesthetic.

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Der sanfte Aufrüttler

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Die aktuelle Ausgabe unserer Reihe MIMOS. Schweizer Theater-Jahrbuch ist dem Regisseur Jossi Wieler gewidmet. Seit über vierzig Jahren inszeniert er an namhaften Theaterhäusern und Festivals in verschiedenen Ländern – seit 1993 auch im Musiktheater gemeinsam mit dem Dramaturgen und Koregisseur Sergio Morabito. Für seine feinfühligen und vielschichtigen Inszenierungen wurden Jossi Wieler zahlreiche Anerkennungen zuteil. In diesem Jahr 2020 kommt die höchste Theaterauszeichnung der Schweiz, der Grand Prix Theater / Hans-Reinhart-Ring, hinzu. Es ist insofern eine glückliche Fügung, als nach langer Zeit eine neue Arbeit von ihm hierzulande aufgeführt werden konnte: Giacomo Meyerbeers Les Huguenots am Grand Théâtre de Genève Ende Februar, unmittelbar vor dem Lockdown. Der Genfer Opernkritiker Jean-Jacques Roth hat eine Inszenierungsanalyse für MIMOS verfasst.

Jossi Wieler hatte in diesem von Corona geplagten Jahr noch mehr Glück: Nachdem er zehn Jahre lang fast ausschliesslich im Musiktheater – vorwiegend an der Staatsoper Stuttgart, die er von 2011 bis 2018 leitete – tätig war, zeichnete er im Oktober 2020 für die deutsche Erstaufführung von Peter Handkes Zdeněk Adamec am Deutschen Theater Berlin verantwortlich. Von der Kritik einhellig gefeiert, reflektieren in Wielers Inszenierung sechs Musiker*innen, gestrandet an einem Nicht-Ort zwischen Dies- und Jenseits, über den so grausamen wie rätselhaften Tod von Zdeněk Adamec, dem jungen Mann, der sich 2003 auf dem Wenzelsplatz in Prag selbst verbrannte. Es war ein starkes kollektives Erlebnis, mit Maske und Abstand im Theatersaal zu sitzen und – den ←32 | 33...

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