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MIMOS 2020

Jossi Wieler

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Edited By Paola Gilardi

Jossi Wieler ist einer der prägendsten Schauspiel- und Opernregisseure im deutschsprachigen Raum. Kreation im Dialog und tiefgründige Erkundungen eines Stoffs auf seine gesellschaftspolitische Relevanz für die Gegenwart zeichnen sein Schaffen aus. Mehrstimmig gibt der vorliegende Band Einblick in seine Arbeitsweisen, die wechselseitige Inspiration im Probenprozess und die Ethik seiner Ästhetik.

Jossi Wieler est l’un des metteurs en scène de théâtre et d’opéra les plus influents de l’espace germanophone. Son art repose sur la création en dialogue et sur une exploration des pièces et partitions à la recherche de leur pertinence pour le monde d’aujourd’hui. A plusieurs voix, cet ouvrage met en lumière sa démarche, l’inspiration mutuelle dans le processus de répétition, et l’éthique de son esthétique.

Jossi Wieler è uno dei registi teatrali e d’opera più apprezzati nel mondo germanofono. La creazione in dialogo e lo scavo nelle pièce e partiture al fine di estrapolarne la rilevanza per il presente caratterizzano il suo lavoro. A più voci, questo volume mette in luce il suo approccio, l’importanza dell’ispirazione reciproca nel processo creativo, e l’etica della sua estetica.

As one of the defining theatre and opera directors in the German-speaking world, Jossi Wieler has developed his signature style by creating ideas through dialogue and dissecting works for their socio-political relevance for present-day audiences. In this volume, a range of voices shed light on his working methods, the significance of reciprocal inspiration in the creative process and the ethics of his aesthetic.

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Noch einmal von vorne anfangen

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Anna Viebrock ist eine der angesehensten Bühnen- und Kostümbildnerinnen im deutschsprachigen Raum und wurde für ihre Arbeit mehrfach ausgezeichnet. Sie ist zudem Regisseurin und Professorin an der Akademie der bildenden Künste Wien. Mit ihrem unverwechselbaren Stil hat sie zahlreiche Theater- und Operninszenierungen von Jossi Wieler, mit dem sie seit fast 40 Jahren zusammenarbeitet, entscheidend mitgeprägt. Im Gespräch gibt sie Einblick in die Besonderheiten dieser künstlerischen Partnerschaft.

Malte Ubenauf: Jossi und du seid euch Anfang der 1980er Jahre in Heidelberg begegnet. Welche Erinnerungen hast du an eure erste gemeinsame Inszenierung, Die Rassen von Ferdinand Bruckner?1

Anna Viebrock: Wenn ich heute in das Arbeitsheft mit meinen Skizzen sehe, muss ich das meiste wie Nachrichten aus Urzeiten entschlüsseln – so weit weg ist das inzwischen für mich. Aus unserer Produktion fällt mir als erstes eine Szene mit dem Tänzer Wladyslaw Bobrowski aus Johann Kresniks Ensemble ein, der, in einem kleinen Bettchen liegend, als jüdischer Student Siegelmann mit Händen und Füssen ein stummes Selbstgespräch führt. Dieser Moment stellte für mich irgendwie den Kern der Inszenierung dar, da mir das ←189 | 190→Pantomimische für Jossi sehr eigen und typisch vorkam. Die Bedeutung des Gestischen beschäftigt mich seitdem immer wieder, wenn ich mit Jossi zusammenarbeite. Oft habe ich versucht, die Pantomime, die sein eigenes, meist sehr leises Sprechen jeweils begleitet, zu entziffern. Bruckners Stück aus dem Jahr 1933 ermöglichte uns die...

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