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Pluralismus im Gesundheitswesen

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Edited By Brigitte Ausfeld-Hafter and Florica Marian

Dieser Band ist eine interdisziplinäre Annäherung an den Pluralismus im Gesundheitswesen. Ein pluralistisches Gesundheitssystem integriert verschiedene Ansätze als gleichwertige Bestandteile und überwindet so die Dualität von der Schul- gegenüber der Komplementärmedizin – eine integrative Medizin entsteht.
In neun Beiträgen nehmen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen Stellung zum medizinischen Pluralismus. Nebst Berichten aus den vier von der KIKOM vertretenen Methoden Anthroposophische Medizin, Klassische Homöopathie, Neuraltherapie und Traditionelle Chinesische Medizin/Akupunktur sind solche aus der Ethik, der Ethnologie, der Pflege und der Forschung enthalten. Die Beiträge stammen aus der im Herbstsemester 2007 an der Universität Bern durchgeführten interdisziplinären Vortragsreihe.

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MIRJAM PFISTER, LORENZ FISCHER Neuraltherapie – Schulmedizin oder Komplementärmedizin? 71

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71 MIRJAM PFISTER, LORENZ FISCHER Neuraltherapie – Schulmedizin oder Komplementärmedizin? Einleitung In den folgenden Ausführungen soll gezeigt werden, dass die Neuralthera- pie gleichzeitig Schulmedizin (konventionelle Medizin) und Komplemen- tärmedizin (Regulationsmedizin) ist. Dies bezieht sich nicht nur auf die praktische Tätigkeit (Indikationen und Injektionstechniken), sondern auch auf die wissenschaftlichen theoretischen Grundlagen (Neurophysiologie). Zur Hauptsache werden in der Neuraltherapie akute und chronische Schmerzen behandelt. Im Folgenden wird die Neuraltherapie definiert, die neurophysiologischen Grundlagen werden kurz dargestellt ebenso wie das Vorgehen in der Praxis. Definition und Prinzipien der Neuraltherapie Die Neuraltherapie nach Huneke ist eine Injektionsbehandlung, welche Lokalanästhetika zur Diagnostik und Therapie nutzt. Die Lokalanästhesie ist nicht das eigentliche Ziel (ausser in der Diagnostik): Es werden gezielt Reize gesetzt und pathologische Belastungen unterbrochen (zum Beispiel Circulus vitiosus im Schmerzgeschehen). Die Behandlungsmethode nutzt die regulatorischen Eigenschaften insbesondere des autonomen Nerven- systems auf zwei hauptsächlichen Ebenen: zum einen über die Segment- reflektorik (siehe unten), zum andern über das sogenannte Störfeld, wel- ches unabhängig von der segmentalen Zuordnung krankheitsauslösend oder -unterhaltend wirkt. Die Neuraltherapie (und Diagnostik) gliedert sich somit in: 1. Lokale Therapie (zum Beispiel Infiltration von Triggerpunkten, Gelenken) und Segment-Therapie (zum Beispiel Quaddel-Therapie in den HEADschen 72 Mirjam Pfister, Lorenz Fischer Zonen, Einbezug sympathischer Ganglien, von Nervenwurzeln und peri- pherer Nerven). 2. Störfeld-Therapie. Ein Störfeld ist ein meist asymptomatischer, chroni- scher Reizzustand einer bestimmten Struktur (verschiedenster Lokalisation) des Organismus. Hiervon ausgehende Impulse können prinzipiell jedes andere System des Organismus beeinflussen, unabhängig von...

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