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Pluralismus im Gesundheitswesen

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Edited By Brigitte Ausfeld-Hafter and Florica Marian

Dieser Band ist eine interdisziplinäre Annäherung an den Pluralismus im Gesundheitswesen. Ein pluralistisches Gesundheitssystem integriert verschiedene Ansätze als gleichwertige Bestandteile und überwindet so die Dualität von der Schul- gegenüber der Komplementärmedizin – eine integrative Medizin entsteht.
In neun Beiträgen nehmen Experten unterschiedlicher Fachrichtungen Stellung zum medizinischen Pluralismus. Nebst Berichten aus den vier von der KIKOM vertretenen Methoden Anthroposophische Medizin, Klassische Homöopathie, Neuraltherapie und Traditionelle Chinesische Medizin/Akupunktur sind solche aus der Ethik, der Ethnologie, der Pflege und der Forschung enthalten. Die Beiträge stammen aus der im Herbstsemester 2007 an der Universität Bern durchgeführten interdisziplinären Vortragsreihe.

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CHRISTOPH REHMANN-SUTTER Die Erforschung lebensgeschichtlicher Kontext eund die Bioethik 119

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CHRISTOPH REHMANN-SUTTER Die Erforschung lebensgeschichtlicher Kontexte und die Bioethik Pluralität und Pluralismus ist ein zentrales Thema auch in der jüngsten Dis- kussion über die Integration sozialwissenschaftlicher Methoden in die Bio- ethik. Sozialwissenschaften erforschen konkrete lebensweltliche Kontexte, während die Ethik das Allgemeine sucht: das Gute, Richtige, Gerechte. Sozial- forschung deckt die Verschiedenheit der Situationen, die Mannigfaltigkeit der sozialisierten Lebensgeschichten auf, während in der ethischen Diskus- sion die Prinzipien der Moral thematisiert werden. Wie geht das zusammen? Es gibt in dieser Zusammenarbeit zwischen Ethik und Sozialforschung, die aus verschiedenen Gründen immer mehr gesucht wird, für die Ethik ein Dilem- ma, weniger für die Sozialforschung. Die Sozialforschung «tut ihren Job», zeigt auf, was ist. Währenddessen hat die Ethik das Problem, wie sie die em- pirischen Erkenntnisse in ihre normativen Argumentationen einbauen kann. Ich möchte in diesem Beitrag dieses Problem aus der Sicht der Bioethik beleuchten. Meine These ist, dass es auf den Typ von Ethik ankommt, den wir im Auge haben. Eine Ethik, die sich an einem, wie ich es nennen werde, deduktiv-präskriptiven Modell orientiert, hat es schwerer, sich ohne Wider- sprüche mit einem Pluralismus der Werte und Argumentationsformen zu versöhnen, die sich in lokalen Kontexten zeigen. Eine Ethik hingegen, die sich an einem reflexiv-interpretativen Modell orientiert, hat damit weniger Mühe. Diese beiden Modelle sollen formal und inhaltlich skizziert werden. Es kommt eine Theorie des Ethischen in den Blick, die Raum gewährt für die Pluralität der Sinnkontexte....

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