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Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert

Festschrift für Rudolf Dellsperger zum 65. Geburtstag

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Edited By Ulrich Gäbler, Martin Sallmann and Hans Schneider

«Schweizer Kirchengeschichte – neu reflektiert» – unter diesem Titel vereinigt das vorliegende Buch die Vorträge des gleichnamigen Symposiums, das im November 2008 zum 65. Geburtstag von Prof. Dr. Rudolf Dellsperger in Bern veranstaltet wurde. Die Beiträge des Bandes widmen sich den neueren Forschungsergebnissen auf dem Gebiet der Schweizer Kirchengeschichte, dem der Jubilar in Forschung und Lehre in besonderer Weise verbunden ist. In Studien zu ausgewählten Fragen oder in Überblicken über breitere Themenkomplexe reflektieren sie den gegenwärtigen Stand der kirchengeschichtlichen Forschung in der Schweiz, richten den Blick auf weiterführende Ansätze und verweisen auf Desiderate und anstehende Aufgaben. Das Buch deckt dabei verschiedene Epochen sowie unterschiedliche Themenbereiche ab und dokumentiert damit zugleich den vielfältigen Charakter der Geschichte von Kirchen, Christentum und Religion in der Schweiz.

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J. JÜRGEN SEIDEL Die Berleburger Bibel (1726–1742) in der Schweiz 225

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J. JÜRGEN SEIDEL Die Berleburger Bibel (1726–1742) in der Schweiz Eine Fehlanzeige Wer heute in einer Schweizer Buchhandlung nach der Berleburger1 Bibel fragen würde, bekäme wohl zu hören: «Kennen wir nicht, haben wir nicht.» Selbst in den einschlägigen deutschsprachigen Prospekten der Bibelgesellschaften ist sie nicht zu finden. Eine entsprechende Rückfrage in der Bibelgalerie Meersburg am Bodensee mit ihren zahlreichen Aus- stellungsobjekten ergab ebenfalls eine Fehlanzeige mit der Zusatzbemer- kung: «Mir fällt spontan auch kein anderer Ort ein», wo eine solche Bi- bel zu finden wäre.2 Was also hat es mit diesem Buchprojekt auf sich? Genauer gefragt, welche Geschichte ist mit diesen acht grossen und schweren Folianten verbunden, die zwischen 1726 und 1742 in Berle- burg gedruckt wurden und von dort aus auch ihren Weg in die Schweiz gefunden haben? Berleburg als Sammelpunkt von Separatisten, Inspirierten und Chiliasten Berleburg – eine Kleinstadt im Siegerland am Rande des Rothaargebir- ges – war ehemals Haupt- und Residenzort der Grafschaft Wittgenstein, die zu Beginn des 18. Jahrhunderts unter protestantisch-erweckten Glau- 1 Zuweilen auch nach der früheren Ortsbezeichnung Berlenburg als ‹Berlenburger Bibel› bezeichnet (siehe ebenfalls die Titelblätter aller acht Teile der Berlenburger Bibel). Dass allerdings bis heute noch beide Namen geführt werden, zeigt z. B. ein Prospekt des HELIOS-Rehazentrums Rothaarklink in Bad Berle(n)burg (2009). 2 E-Mail der Bibelgalerie Meersburg GmbH vom 14.11.2008. J. Jürgen Seidel 226 bensflüchtlingen als Hort eines entschiedenen Christentums galt.3 Das Grafengeschlecht Sayn-Wittgenstein bestimmte zu jener Zeit massgeb-...

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