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Der theoretische Raum der Wissenschaftssprache

Untersuchungen über die funktionale Konstitution einer Wissenschaftssprachtheorie und deren Anwendung in der Praxis

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Giancarmine Bongo

Welche sind die Bedingungen und Perspektiven der linguistischen Frage nach der Wissenschaftssprache? Was ist eigentlich im linguistischen Sinne «Wissenschaftssprache»? Die vorliegende Untersuchung geht von den vom Prager Funktionalismus geprägten Ursprüngen der Wissenschaftssprachbetrachtung aus. Sie bestimmt den spezifischen theoretischen Raum der Wissenschaftssprache und analysiert die Ergebnisse der bisherigen Forschung auf dem Gebiet des Deutschen als Wissenschaftssprache. Die Auseinandersetzung mit der Archäologie des Wissens von Foucault bietet Lösungsansätze für konzeptuelle Schwierigkeiten und empirische Analysen. Eine funktionale Annäherung an die Einleitungen zu wissenschaftlichen Zeitschriftenaufsätzen rundet die Untersuchung ab.

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4.6 Das CARS-Modell und die deutschsprachigen wissenschaftlichen Zeitschriftenaufsätze 166

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166 wissenschaftlichen Zeitschriftenaufsätzen aufgrund der Vermittlungs- funktion zwischen dem jeweiligen Artikel und den Bedingungen der „discourse community“, die sie erfüllen, zu verstehen sind. Auf diese Voraussetzung stützt sich dann nicht der Versuch, funktionale Einhei- ten „Einleitungen“ zu bestimmen, sondern bereits gegebene struktu- relle Einheiten „Einleitungen“ zu beschreiben. Die empirische Analyse von Swales ist imstande, typische (und potentiell auch für das Deutsche relevante) sprachliche Erscheinungen hervorzuheben, die die Einlei- tungen von englischsprachigen wissenschaftlichen Artikeln charakteri- sieren. Sie ist aber nicht imstande, die Zweideutigkeit seiner theoreti- schen Auffassung zu klären. Das Problem, ob das CARS-Modell ein Modell für eine strukturelle oder für eine funktionale Interpretation der Einleitungen zu wissenschaftlichen Artikeln ist, bleibt im Grunde ungelöst, sowohl weil die Einzelschritte („moves“) und deren Seg- mente („steps“), in denen sich das Modell artikuliert, funktional de- terminierte und gleichzeitig strukturelle Einheiten sind, als auch weil unter den ermittelten sprachlichen Erscheinungen auch ‚textorganisie- rende Äußerungen‘ vorhanden sind, die in erster Linie funktionale Über- gänge markieren und die erst danach in lexikalische Repertoires ‚zer- legt‘ werden können (obwohl die Herstellung solcher Repertoires zu Zwecken der Didaktik durchaus nützlich ist). 4.6 Das CARS-Modell und die deutschsprachigen wissenschaftlichen Zeitschriftenaufsätze 4.6.1 Frühere Auseinandersetzungen mit den Theorien von Swales innerhalb der deutschsprachigen Linguistik Bevor hier versucht wird, die Kompatibilität des CARS-Modells mit den deutschsprachigen Einleitungen der Korpustexte mithilfe einer exemplarischen Analyse gewissermaßen zu testen, muss noch auf einige 167 frühere Auseinandersetzungen der germanistischen Linguistik...

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