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Chronobiologie

Zeitordnung von Lebensvorgängen

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Edited By Brigitte Ausfeld-Hafter

Leben ist ohne den Begriff der Zeit undenkbar; täglich erfahren wir sie durch den Wechsel von Licht und Dunkelheit oder von Aktivität und Ruhe. Die Buchbeiträge befassen sich in einer interdisziplinären Annäherung mit der Zeitordnung, der das Leben unterworfen ist, nämlich der Chronobiologie.
Der Band bietet Einblicke in die Auseinandersetzung mit der Chronobiologie aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin, der Philosophie, der Anthroposophischen Medizin, der Homöopathie, der Lichttherapie und weiteren Forschungsgebieten.
Die Beiträge stammen aus der im Herbstsemester 2009 an der Universität Bern durchgeführten interdisziplinären Vortragsreihe.

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URSULA PIA JAUCH Dem Glücklichen schlägt keine Stunde. Ein paar philosophische Anmerkungen zum Thema Zeit 11

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Dem Glücklichen schlägt keine Stunde. Ein paar philosophische Anmerkungen zum Thema Zeit URSULA PIA JAUCH Meine Damen und Herren1 Zu den Absonderlichkeiten des Lebens auch des spätmodernen Menschen gehört es, dass wir über sehr viele Dinge und Verhältnisse nicht mehr nach- denken, und zwar gerade nicht, weil wir sie «verstanden» haben oder weil die Wissenschaft sie uns definitiv «erklärt» hätte. Nein. Wir denken gerade des- wegen nicht mehr über gewisse Dinge nach, weil sie uns als selbstverständlich erscheinen, da wir tagtäglich mit ihnen umgehen müssen, auch wenn wir sie in ihrer Tiefenstruktur gar nicht mehr erfassen oder – vielleicht – gar nie erfassen können. Zu diesen Absonderlichkeiten, die der menschliche Alltag zu sprachlich geronnenen Realitäten transformiert hat, gehört auch die «Zeit». Zeit: Ein Wort mit nur vier Buchstaben (also eine Art philosophisches four- letter-word ) und ein Phänomen von einer ungeheuerlichen Tragweite. Indem wir die «Zeit» benennen können, scheint sie auch zu existieren, gleichsam «materiell» und geradezu physisch da zu sein, zu verrinnen, abzulaufen, unser Leben zu takten, und zwar unerbittlich. Eins, zwei, drei! Im Sauseschritt Läuft die Zeit; wir laufen mit. Eine Gesellschaft im Zeitdruck Dieser kleine Schüttelreim gehört zum deutschen Kulturgut, wir zitieren ihn ohne grosse Bedenken; wissend, dass er ein allgemeines Lebensphänomen ver- sinnbildlicht. Irgendwo läuft unerbittlich das grosse Rad der Zeit, wir Menschen 1 Vortrag gehalten am 17. November 2009 an der Universität Bern. 12 Ursula Pia Jauch...

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