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Erschaffung und Zerstörung der Schöpfung

Ein Beitrag zum Thema Mythos

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Edited By Michael Fieger and Jörg Lanckau

Mythen und Mythenbildung sind in den Wissenschaften der Postmoderne ein sehr aktuelles Thema. Der vorliegende Sammelband möchte als Beitrag zur kulturgeschichtlichen Arbeit am Thema des Mythos verstanden werden. Der interdisziplinär ausgerichtete Band vereint nach einer thematischen Einführung literaturwissenschaftliche, ägyptologische und bibelwissenschaftliche Perspektiven. Das Themenspektrum reicht von verschiedenen Repräsentationen des Mythischen bis hin zum Vergleich schriftlicher Überlieferungen aus dem antiken Griechenland, Mesopotamien, Ägypten und Israel, die von der Erschaffung der Welt und der Bedrohung in Katastrophen sprechen.

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Göttliche Reue und menschlicher Trost Der Mythos der Zerstörung der Schöpfung und des Überlebens in der Katastrophe im Diskurs der biblischen Sintfluterzählung 89

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Göttliche Reue und menschlicher Trost Der Mythos der Zerstörung der Schöpfung und des Überlebens in der Katastrophe im Diskurs der biblischen Sintfluterzählung JÖRG LANCKAU 1. Fragestellung und Ziel Der vorliegende Aufsatz geht auf die Vorlesung „Mythen und My- thenbildung in der Tora“ zurück, zu der ich auf Einladung von Prof. Dr. Michael Fieger an der Theologischen Hochschule Chur eine Analyse der biblischen Sintfluterzählung beitragen durfte. Ganz selbstverständlich haben wir beide vorausgesetzt, dass es Mythen oder zumindest mythische Stoffe, Motive oder Erzählungen im Pentateuch wirklich gibt. Bei unseren Hörerinnen und Hörern jedoch kam das nicht als selbstverständlich an. Kein Wunder, wird doch umgangssprachlich der Begriff „Mythos“ als Gegensatz zu einem Tatsachenbericht, ja zur Wahrheit schlechthin verstanden. Der My- thos steht mit dieser Abwertung heute nicht ganz allein. Wer einem anderen versucht, Märchen zu erzählen, steht schnell als Lügner da. Sagen und Legenden lassen moderne Menschen vielleicht erschauern, als „wahr“ gelten jedoch auch sie nicht. Der Begriff „Wahrheit“ ist zwar philosophisch gewichtig, aber umstritten. Historisch „richtig“ ist entsprechend heutiger, linearer Geschichtsauffassung allein das, was empirisch belegbar geschieht oder geschehen ist. Entsprechend kann kein biblischer Schöpfungsbericht mehr „richtig“ liegen, weil sich nach empirischer Überprüfung und Theoriebildung heute eine andere Sicht der Genese des Universums nahe legt. Eine „Wahrheit“ der Aussagen der biblischen Sintfluterzählung wäre in diesem Sinn Jörg Lanckau 90 nur bewiesen, wenn eine lokale oder globale Flut auch empirisch nachgewiesen werden k...

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