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Frühe Neuzeit – Späte Neuzeit

Phänomene der Wiederkehr in Literaturen und Künsten ab 1970

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Edited By Alexander Kosenina and Steffen Martus

Die ‘Frühe Neuzeit’ ist eine Reflexionsepoche der Moderne. Besonders in den letzten Jahrzehnten variieren Zeitdiagnosen das Konzept der ‘Wiederkehr’ von historischen Phasen der Vormoderne, um die Gegenwart im Licht der Vergangenheit zu erkennen, um etablierte Selbstbilder zu hinterfragen und alternative Entwürfe zum ‘Projekt der Moderne’ zu ermöglichen.
Die vorliegenden Beiträge fragen danach, ob und inwiefern diese Rückgriffe über vage Anspielungen hinausgehen, auf welche Epochenmerkmale sie rekurrieren und welche kulturelle Funktion die historische ‘Wiederkehr’ im Intervall von ‘Früher’ und ‘Später Neuzeit’ übernimmt. Sie legen den Akzent auf die Analyse von Literatur und Kunst, beziehen aber vielfach philosophische, politische, soziale u. a. Kontexte ein.
Die Aufsätze gehen auf eine internationale und interdisziplinäre Tagung zurück, die 2010 im Aby-Warburg-Haus Hamburg stattfand und vom Nordverbund Germanistik veranstaltet wurde, einer Kooperation der Universitäten HU-Berlin, Bremen, Flensburg, Greifswald, Hamburg, Hannover, Rostock und Vechta.

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Musa iocosaDie ‚Wiederkehr der Frühen Neuzeit‘ in der ‚scherzhaften‘Dichtung von Steffen Jacobs 53

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STEFFEN MARTUS Musa iocosa Die ‚Wiederkehr der Frühen Neuzeit‘ in der ‚scherzhaften‘ Dichtung von Steffen Jacobs Phänomene der ‚Wiederkehr der Frühen Neuzeit‘, so die heuristische Annahme, entspringen in den letzten Jahrzehnten wesentlich einer Skep- sis gegenüber geläufigen Konzepten der Moderne. Dies betrifft nicht zuletzt die Vermutung, dass die Struktur der Moderne sich durch perma- nente Steigerung auszeichne – Steigerung von Komplexität, von Ausdif- ferenzierung, von Individualität, von Unübersichtlichkeit, von Säkulari- sierung etc. Kulturhistorische und kultursoziologische Untersuchungen der deutschen Nachkriegsgeschichte haben in jüngerer Zeit auf die Krise dieser Modernisierungstheorie reagiert und eine Zäsur insbesondere für die 1960er und 1970er Jahre herausgearbeitet, die auch für die Analyse der ‚Wiederkehr der Frühen Neuzeit‘ fruchtbar gemacht werden kann:1 Im Zeichen der Wende von Mangel- hin zu Überschussgesellschaften lösen demzufolge die Vielfalt an Angeboten und die freie Wahl zwischen Gü- tern traditionelle soziale Bindungen auf und unterstützen Ideale wie „so- zialen Ausgleich und Gerechtigkeit, Individualismus und Partizipation“2. 1 Vgl. dazu Helmuth Kiesel: Literatur um 1968. Politischer Protest und postmoderner Impuls. In: R. Bentz u. a. (Hrsg.): Protest! Literatur um 1968. Eine Ausstellung des Deutschen Literaturarchivs in Verbindung mit dem Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg und dem Deutschen Rundfunkarchiv im Schiller-Nationalmu- seum Marbach a. N., Marbach a. N. 1998, S. 593–640; Gerhard Schulze: Die Erleb- nisgesellschaft. Kultursoziologie der Gegenwart. Mit einem aktuellen Vorwort des Autors. Um den Anhang gekürzte und mit einem neuen Vorwort versehene...

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