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Grimmelshausen als Kalenderschriftsteller und die zeitgenössische Kalenderliteratur

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Edited By Peter Heßelmann

Die Beiträge zu diesem Band gehen auf die von der Grimmelshausen-Gesellschaft im März 2009 in Oberkirch veranstaltete Tagung «Grimmelshausen als Kalenderschriftsteller und die zeitgenössische Kalenderliteratur» zurück. Anlass für die intensive Beschäftigung mit der simplicianischen Kalenderproduktion war die Entdeckung bisher nicht bekannter Kalender. Auf dieser Basis konnten neue Perspektiven und Arbeitsfelder für die Grimmelshausen- und die Kalenderforschung eröffnet werden.
Die interdisziplinären Tagungsbeiträge widmen sich u. a. den mediengeschichtlichen Rahmenbedingungen der Kalenderherstellung, -distribution und -rezeption, der Beteiligung Grimmelshausens an den simplicianischen Jahreskalendern, Fragen der Authentizität und Autorisation in der Kalenderproduktion, der Literarizität der Textsorte Kalender, den Textformen des Kalendergesprächs und der Kalendererzählung, der Integration von literarischen, historischen und naturwissenschaftlichen Quellen, den Modi der Wissensvermittlung, dem Genre der Ewigwährenden Kalender sowie den Manifestationen satirischer Kalender- und Astrologiekritik. Der Sammelband präsentiert zahlreiche neue Ergebnisse in der Erforschung der Kalender der Frühen Neuzeit.

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WEITERE BEITRÄGE

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KLAUS HABERKAMM (Münster) „Eine erschröckliche Saturnische Historia“; „Exempel Christlicher Tugend eines Jovialischen Fürsten“; „Beschreibung einer Martialischen Histori“ etc. Zum astrologisch signifikativen Erzählen bei ‚Rosenkreutzer‘ und Grimmelshausen Nachdem König Behram im Feuertempel gebe- tet hatte, besuchte er am Samstag schwarzge- wandet als erste die Saturnkuppel und begrüßte dort die Prinzessin aus Indien. [...] Als am Freitagmorgen die Sonne das Himmels- haus weiß färbte, eilte der Schah, angetan in Weiß, zur weißen Kuppel, über der Venus ihn begrüßte. Er genoß, wie er es gewohnt war, den Tag über mancherlei Vergnügen mit der schö- nen [persischen] Prinzessin. (Moamad Ne m [1141/519–1209/587]: Haft Paikar [Sieben Bilder oder Sieben Schönheiten], 1198/576) I Namentlich Helga Meise verdankt die Kalender-Forschung die umfas- sende Erschließung des Newen Wurtz- vnd Kräuter-Calenders Marx Friederich Rosenkreutzers.1 Aus der Gesamtserie der Schrift von sech- 1 Helga Meise: Diagnose und Therapie von Krankheiten im „Newen Wurtz- vnd Kräuter-Calender“ 1649–1672. In: Scientiae et Artes. Die Vermittlung alten und Neuen Wissens in Literatur und Musik. Vorträge und Referate, gehalten anläss- 380 Klaus Haberkamm zig Jahrgängen seit 1643 diente ihr als Paradigma vor allem der Kalen- der von 1653, also auf 1654. Er liegt auch dieser Studie zugrunde,2 die die wertvollen Ergebnisse Meises aufgreifen möchte. Die vorliegende Recherche ist im Wesentlichen methodologisch orientiert und zielt auf die Absicherung von Günther Weydts These der astrologischen Struk- tur von Grimmelshausens Simplicissimus Teutsch.3 Sie richtet sich nicht...

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