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Beurteilung der Sprechkompetenz in einer Fremdsprache

Theorie und Praxis der Einführung neuer Verfahren in einem schweizerischen Schulsystem (Fallstudie)

Sandra Hutterli

Mündlich ist nicht einfach mündlich, zeigt die Wissenschaft. Diese Erkenntnis fliesst nicht automatisch in den Schulalltag ein – obwohl Lehrpersonen nicht per se gegen Veränderungen im Schulalltag sind. Im vorliegenden Buch werden sowohl der sprachwissenschaftliche Diskurs (Analyseobjekt 1), als auch die Umsetzungsschwierigkeiten von Veränderungen (Analyseobjekt 2) erörtert.
Für beide Aspekte wird eine theoretische Ausgangslage beschrieben: Was ist das aktuelle Verständnis von Sprechkompetenz und deren Beurteilung in den Fremdsprachen? Worin grFremdsprachen? Worin gründen Umsetzungsschwierigkeiten von Veränderungen in der Schule als Organisation? Anhand einer während zweieinhalb Jahren durchgeführten Fallstudie mit den Sprachlehrpersonen der Sekundarstufe I und II eines ganzen Kantons, die detailliert beschrieben und dokumentiert ist, werden Gründe für die Differenz zwischen dem Stand der Wissenschaft und dem gelebten Schulalltag aufgezeigt.

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2 Beurteilung der Sprechkompetenz in den Fremdsprachen 17

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2 Beurteilung der Sprechkompetenz in den Fremdsprachen Sowohl das Verständnis von Sprechen als auch die Methoden der Beur- teilung haben seit den 1990er Jahren prägende Entwicklungen erfahren. Fachwissenschaften wie Psycho- und Soziolinguistik, aber auch Er- kenntnisse aus der Neurologie verhelfen zu einem zunehmend spezifi- scheren, aber auch komplexeren Verständnis von Sprechen. Dabei ge- winnen interdisziplinäre Ansätze an Bedeutung. Sprechen wird nicht mehr isoliert als Struktur oder Veräusserung von mentalen Prozessen definiert, sondern in die Gesamtzusammenhänge des sprachhandelnden Individuums gesetzt. Einerseits diese wissenschaftlichen Erkenntnisse, andererseits das wachsende Bedürfnis, das Sprachenlernen zu optimie- ren, veranlassen die Wissenschaften der Pädagogik, Fachdidaktik und Psychologie zu Weiterentwicklungen didaktischer und methodischer Modelle. Im Zuge humanistischer und sozial orientierter Strömungen verlagerte sich der Fokus von den Lehrenden bzw. den Inhalten auf die Lernenden und deren Lernprozesse. Dieser Paradigmenwechsel von der Input- zur Outcome-Steuerung zeichnet sich ebenso ab in unterrichtli- chen Vorgaben wie Lehrplänen und Bildungsstandards. Lehrpläne redu- zieren die Angaben nicht nur auf Bildungsinhalte (Input und Output), sondern beschreiben, was als Ergebnis der Lernprozesse (Outcome) er- wartet wird. Nebst der Konkretisierung einzelner Fertigkeiten wie z.B. Sprechen wird ein starkes Gewicht auf überfachliche Komponenten ge- legt. Sprechen bleibt unterrichtlicher Inhalt, trägt gleichzeitig jedoch auch dazu bei, Sachinhalte zu erschliessen und zu verarbeiten oder über- fachliche Kompetenzen wie selbständiges Lernen mittels Sprachreflexi- on und Anwendung von Strategien zu trainieren. Dieser umfassende Ansatz bildet gleichsam Bedürfnisse aus Gesellschaft, Wirtschaft und Technologie ab, welche nach Individuen...

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