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Beurteilung der Sprechkompetenz in einer Fremdsprache

Theorie und Praxis der Einführung neuer Verfahren in einem schweizerischen Schulsystem (Fallstudie)

Sandra Hutterli

Mündlich ist nicht einfach mündlich, zeigt die Wissenschaft. Diese Erkenntnis fliesst nicht automatisch in den Schulalltag ein – obwohl Lehrpersonen nicht per se gegen Veränderungen im Schulalltag sind. Im vorliegenden Buch werden sowohl der sprachwissenschaftliche Diskurs (Analyseobjekt 1), als auch die Umsetzungsschwierigkeiten von Veränderungen (Analyseobjekt 2) erörtert.
Für beide Aspekte wird eine theoretische Ausgangslage beschrieben: Was ist das aktuelle Verständnis von Sprechkompetenz und deren Beurteilung in den Fremdsprachen? Worin grFremdsprachen? Worin gründen Umsetzungsschwierigkeiten von Veränderungen in der Schule als Organisation? Anhand einer während zweieinhalb Jahren durchgeführten Fallstudie mit den Sprachlehrpersonen der Sekundarstufe I und II eines ganzen Kantons, die detailliert beschrieben und dokumentiert ist, werden Gründe für die Differenz zwischen dem Stand der Wissenschaft und dem gelebten Schulalltag aufgezeigt.

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3 Veränderungsprozesse und Widerstände in Schulen 105

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3 Veränderungsprozesse und Widerstände in Schulen Damit neue wissenschaftliche Erkenntnisse Eingang in den Schulalltag finden, sind auf der Umsetzungsebene entsprechende Voraussetzungen erforderlich. Organisatorisch spielen Normen, Aufbau und Abläufe eine zentrale Rolle. Die Organisation Schule als Ort, wo Neuerungen Eingang finden sollen, ist ein dynamisches System, welches durch innere und äussere Faktoren dauernden Anpassungen ausgesetzt ist. Um Verände- rungen umzusetzen ist das Verständnis der aktuellen Gegebenheiten dieser Organisation erforderlich. In Kapitel 3.1 wird daher die Schule als Organisation im Hinblick auf Normen, Aufbau und Abläufe sowie deren Entwicklung über die Zeit veranschaulicht. Die Implementierung von Innovation erfolgt nicht punktuell, sondern in Form von Veränderungsprozessen. Dies bedingt sowohl die individuelle Kompetenzentwicklung der Lehrpersonen als auch eine organisationale Entwicklung, damit neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft fortlaufend in den Schulalltag einfliessen und Veränderungen als bereichernder und nicht störender Bestandteil der Arbeit empfunden werden. In Kapitel 3.2 wird der Veränderungsprozess auf der individuellen und der organisatio- nalen Ebene beleuchtet und prozessfördernde Faktoren werden zusam- menfassend aufgelistet. Die Praxis zeigt, dass Neuerungen auf Widerstände bei den Lehrperso- nen stossen (Kapitel 1). Diese können sich gegen den Inhalt selbst rich- ten oder durch den Veränderungsprozess hervorgerufen werden. Die Widerstände äussern sich im Verhalten Einzelner oder von zusammen- geschlossenen Lehrpersonengruppen und haben direkte Auswirkungen auf die Veränderungsprozesse sowie auf das Gelingen der Implementati- on der Neuerungen. In Kapitel 3.3 werden Ursachen und Symptome von Widerstand aufgezeigt und Formen des Umgangs damit entwickelt....

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