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Beurteilung der Sprechkompetenz in einer Fremdsprache

Theorie und Praxis der Einführung neuer Verfahren in einem schweizerischen Schulsystem (Fallstudie)

Sandra Hutterli

Mündlich ist nicht einfach mündlich, zeigt die Wissenschaft. Diese Erkenntnis fliesst nicht automatisch in den Schulalltag ein – obwohl Lehrpersonen nicht per se gegen Veränderungen im Schulalltag sind. Im vorliegenden Buch werden sowohl der sprachwissenschaftliche Diskurs (Analyseobjekt 1), als auch die Umsetzungsschwierigkeiten von Veränderungen (Analyseobjekt 2) erörtert.
Für beide Aspekte wird eine theoretische Ausgangslage beschrieben: Was ist das aktuelle Verständnis von Sprechkompetenz und deren Beurteilung in den Fremdsprachen? Worin grFremdsprachen? Worin gründen Umsetzungsschwierigkeiten von Veränderungen in der Schule als Organisation? Anhand einer während zweieinhalb Jahren durchgeführten Fallstudie mit den Sprachlehrpersonen der Sekundarstufe I und II eines ganzen Kantons, die detailliert beschrieben und dokumentiert ist, werden Gründe für die Differenz zwischen dem Stand der Wissenschaft und dem gelebten Schulalltag aufgezeigt.

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4 Hypothesen und Fragestellungen 179

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4 Hypothesen und Fragestellungen Aus der Problemstellung sowie Berufserfahrung (Kapitel 1.2) und den Theorien zur Beurteilung der Sprechkompetenz in den Fremdsprachen (Kapitel 2) sowie zu Veränderungsprozessen und Widerständen (Kapitel 3) lassen sich folgende Arbeitshypothesen ableiten: Figur 4a: Hypothesenbaum Haupthypothese: Die Differenz zwischen dem Stand der Wissenschaft und dem gelebten Schulalltag erklärt sich stärker durch Umsetzungsschwierigkeiten von Veränderungen in der Schule als durch den sprach- wissenschaftlichen Diskurs. Teilhypothese 2: Umsetzungsschwierigkeiten von Veränderungen rühren von einem fragmentierten Organi- sationsverständnis, von fehlender entwicklungsorien- tierter Begleitung von Verän- derungen und von ausgelösten Widerständen. Teilhypothese 2a: Das organisatorische Vers- tändnis von Schule in Bezug auf Normen, Aufbau und Abläufe bei Lehrpersonen ist fragmentiert, eine ganzhei- tliche Sicht fehlt. Teilhypothese 2b: Schulische Veränderungspro- zesse werden nicht systematisch mit Kompetenz- und Organisa- tionsentwicklung begleitet. Teilhypothese 2c: Widerstand tritt im Verände- rungsprozess in unterschiedli- chen Formen auf und muss entschlüsselt werden, um positiv genutzt werden zu können. Teilhypothese 1: Lehrpersonen sind gegenüber Anpassungen der Unter- richtsziele, z.B. bedingt durch sprachwissenschaftliche Erkenntnisse, offener und deren Umsetzung fällt ihnen leichter als gegenüber methodischen Veränderungen. Teilhypothese 1a: Anpassungen der Unterrichts- ziele, z.B. die Änderung von einer auf den Schulgebrauch und sprachliche Mittel ausge- richteten Beurteilung hin zu einer kommunikativ- handlungsorientierten Beurtei- lung der Sprechkompetenz, stossen bei den Lehrpersonen auf Offenheit und werden bei fachlicher Begleitung umgesetzt. Teilhypothese 1b: Änderungen der Methodik, z.B. der Bewertung mit dem Beurteilungsraster zur Sprech- kompetenz,...

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