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Subjekt – Objekt – Intersubjektivität

Eine Untersuchung zur erkenntnistheoretischen Subjekt-Objekt-Dialektik Hegels und Adornos mit einem Ausblick auf das Intersubjektivitätsparadigma Habermas’

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Fabrizio Moser

Subjekt, Objekt und Intersubjektivität bilden drei der wohl zentralsten Elemente im menschlichen Erkenntnisprozess. Anhand einer kritischen Rekonstruktion der Erkenntnistheorien Hegels und Adornos beleuchtet die vorliegende Arbeit die Dialektik zwischen Subjekt und Objekt der Erkenntnis aus zwei verschiedenen Perspektiven. Durch den grundsätzlichen Paradigmenwechsel Habermas’ von der Bewusstseinsphilosophie zu einem kommunikationstheoretischen Paradigma wird es möglich, kommunikative Intersubjektivität als unverzichtbares Element der Erkenntnis angemessen zu thematisieren.
Der Gang von Hegel über Adorno zu Habermas wird in der vorliegenden Monographie nicht als ein stetiger Fortschritt verstanden, an dessen Zielpunkt die Habermas’sche Theorie als der Weisheit letzter Schluss stehen würde. Vielmehr erweist sich der Dreischritt selbst als ein dialektischer, der am Ende, angereichert durch Erfahrungen, wieder in seinen Ausgangspunkt mündet. So endet die Untersuchung letztlich mit dem kommunikationstheoretisch angereicherten Desiderat einer modernen Subjekttheorie.

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Einleitung – Quod expectandum est 1

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1Einleitung – Quod expectandum est Die Frage, wie Erkenntnis überhaupt möglich sei und wie sie sich konkret abspiele, stellt seit jeher einen zentralen Untersuchungsge- genstand der Erkenntnistheorie dar – um nicht zu sagen, die erkennt- nistheoretische Grundfrage schlechthin. Traditionellerweise wird davon ausgegangen, dass in der Erkenntnis ein wie auch immer ge- artetes Subjekt einem wie auch immer gearteten Objekt gegenüber- steht. Subjekt als erkennendes und Objekt als (im besten Fall) er- kanntes bilden die beiden entscheidenden Momente in der Erkenntnisrelation und wurden somit zum Gegenstand unzähliger Untersuchungen. Mit der sprachanalytischen Wende der abendländi- schen Philosophie verloren Subjekt und Objekt als zentrale Bezugs- punkte der Erkenntnis jedoch zunehmend an Bedeutung. Inspiriert von einem naturwissenschaftlichen Theorieverständnis glaubte man im zwanzigsten Jahrhundert, das „Subjekt“ verkörpere bloss eine Konstruktion traditioneller philosophischer Theorien, letztlich bestehe die Welt jedoch allein aus Gegenständen und Ereignissen. Was die traditionelle Philosophie irrtümlicherweise als „Subjekt“ bezeichne- te, erweist sich unter einer solchen Perspektive lediglich als komple- xeres Objekt, das kausal determiniert ist. Noch heute ist es keine Selbstverständlichkeit, in einer erkenntnistheoretischen Untersuchung von Subjekten und Objekten auszugehen. In einer Zeit, in der sich die neurobiologische Forschung einer ungeahnten Konjunktur erfreut, wird das klassische Subjekt als durch seine neurologischen Vorgänge determiniert und prinzipiell auch erklärbar verstanden. Entgegen dem schon länger andauernden Trend, Subjekte als tra- ditionellen Ballast aus der Theorie zu verbannen, muss meines Er- achtens an den Momenten des Subjekts und des Objekts auch in mo- dernen Erkenntnistheorien festgehalten werden....

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