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20 Jahre Mauerfall

Diskurse, Rückbauten, Perspektiven

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Edited By Marta Fernández Bueno and Torben Lohmüller

Was bleibt mehr als zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer von der Kultur der DDR? Wie wird heute über sie geschrieben und gedacht? Die Beiträge betrachten die ästhetisch-künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ende der DDR sowie das intellektuelle Nachleben. Es melden sich Stimmen aus Deutschland, Spanien, Frankreich und den USA zu Wort und bereichern die Debatte durch ihre je eigenen Perspektiven, Erfahrungen und Hintergründe. Die Beiträge setzen sich einerseits direkt mit Autoren, die wie B. Brecht, S. Hermelin, C. Hein, E. Loest, I. Morgner, H. Müller und C. Wolf in der DDR gewirkt haben, auseinander. Andererseits richten sie aber auch den Blick auf die Generation der «Zonenkinder» und deren Einfluss auf die aktuelle Erinnerung an die DDR; über den diskursiven und materiellen Umgang mit ihrer Geschichte.

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FRANK HÖRNIGK Neue Zeiten – „Die Verhältnisse zerbrechen“: Strategien des „Übergangs“ bei Brecht, Müller und Braun 91

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Neue Zeiten – „Die Verhältnisse zerbrechen“1: Strategien des „Übergangs“ bei Brecht, Müller und Braun. FRANK HÖRNIGK Im Oktober 1985, nur vier Jahre später wird die Berliner Mauer fallen und damit nicht nur das Ende der vierzigjährigen Geschichte des Real- Sozialismus in Deutschland einleiten, sondern des sowjetischen Mo- dells dieses Sozialismus in Mittel- und Osteuropa insgesamt: Im Ok- tober 1985 liegen solcherart traumatisch befürchtete oder erhoffte Wendephantasien noch ganz und gar außerhalb jeder real-politischen Vorstellung, wenigstens scheinbar! Die nach 1989 und seitdem immer als „Friedliche Revolution“ charakterisierte Flucht-Bewegung der Massen bei ihrem Aufbruch in die „Neue Zeit“, an der alle Verhältnisse/Mauern dann tatsächlich zerbrachen – so wie es die Bilder sich umarmender, von Ost nach West aufeinander zu strömender Menschen in der Nacht des 9. No- vember 1989 in Berlin bezeugen – existierte im Oktober 1985, wenn überhaupt, dann allenfalls noch in den erstarrten Denkkategorien des Kalten Krieges, allerdings als immer mehr verblassender ideologi- scher Traum von Politik; oder auf der anderen Seite als Trauma eines ewig beschworenen Feindbildes, besaß aber ansonsten keine wirkliche Realität zu diesem Zeitpunkt. So dachten wir! Friedliche Co-Existenz war vielmehr das entscheidende Stichwort gerade jener 80er Jahre. Ihr zum Durchbruch zu verhelfen, auch auf dem Gebiet der Literatur und der Künste mit den Möglichkeiten ihres Austausches über die Grenzen hinweg, den wirklichen wie den geisti- 1 Braun, Volker (2000). „Die Verhältnisse zerbrechen. Wie werden wir die Frei- heit nennen?“ Rede zur Verleihung des B...

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