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20 Jahre Mauerfall

Diskurse, Rückbauten, Perspektiven

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Edited By Marta Fernández Bueno and Torben Lohmüller

Was bleibt mehr als zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer von der Kultur der DDR? Wie wird heute über sie geschrieben und gedacht? Die Beiträge betrachten die ästhetisch-künstlerische Auseinandersetzung mit dem Ende der DDR sowie das intellektuelle Nachleben. Es melden sich Stimmen aus Deutschland, Spanien, Frankreich und den USA zu Wort und bereichern die Debatte durch ihre je eigenen Perspektiven, Erfahrungen und Hintergründe. Die Beiträge setzen sich einerseits direkt mit Autoren, die wie B. Brecht, S. Hermelin, C. Hein, E. Loest, I. Morgner, H. Müller und C. Wolf in der DDR gewirkt haben, auseinander. Andererseits richten sie aber auch den Blick auf die Generation der «Zonenkinder» und deren Einfluss auf die aktuelle Erinnerung an die DDR; über den diskursiven und materiellen Umgang mit ihrer Geschichte.

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ISABEL GARCÍA ADÁNEZ Jugend und Identitätskonflikt in den Wendejahren: Jakob Hein und Jana Hensel 181

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Jugend und Identitätskonflikt in den Wendejahren: Jakob Hein und Jana Hensel ISABEL GARCÍA ADÁNEZ 1. Sozialismus und Identitätsbildung Im Sozialismus und in den sowjetischen Staaten insgesamt war die Identität des Einzelnen automatisch durch seine Zugehörigkeit zum Kollektiv definiert. Bereits ab frühester Kindheit – in den Kinderkrip- pen, in die Kinder bereits ab dem vierten Lebensmonat aufgenommen wurden – kümmerte sich der Staat um Wohl und Bildung seiner Mit- glieder. Die Generation derjenigen, die im Moment der Wende auf den weiterführenden Schulen waren – also ein Alterspektrum von dreizehn bis achtzehn Jahren – verfügte zu diesem Zeitpunkt noch über keine politischen Überzeugungen oder ein politisches Bewusstsein im enge- ren Sinne. Sie hatten kein anderes System kennen gelernt und waren noch nicht reif genug, um sich kritisch mit ihrer Bildung auseinander- zusetzen und deren Grundlagen zustimmend oder ablehnend in Frage zu stellen. Auch hatten sie noch keine wichtigen Entscheidungen (Studium, Militärdienst usw.) getroffen oder sich in die Arbeitswelt eingegliedert, um dort die DDR in allen ihren Aspekten, einschließlich der Freiheitsbeschränkungen in den verschiedenen Bereichen, zu er- fahren. Diese Erfahrungen kannten sie vielleicht von ihren Eltern oder sie konnten sie später rekonstruieren, aber es waren keine Erfahrungen aus erster Hand. Ihre Sicht auf die DDR lehnt sich an das Grundsätzlichste an: Das Leben zu Hause und in der Schule, alltägliche Gegenstände und Räu- me, die jeder Bildungsstufe entsprechenden Rituale usw. Auch wenn diese Welt eher am Rande von den...

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