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Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

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Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

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HELMUTH KIESEL – Gottfried Benns Probleme mit dem „Herrn [Sedlmayr] von der Mitte“ 179

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HELMUTH KIESEL Gottfried Benns Probleme mit dem „Herrn [Sedlmayr] von der Mitte“ Die Mitte – wir wissen es nicht erst seit Herfried Münklers Mitte und Maß – ist ein deutsches Thema, die Möglichkeit ihres Verlusts eine deutsche Angst, ihr tatsächlicher oder auch nur vermeintlicher Verlust ein deut- sches Leiden. Niemand hat das deutlicher gesagt als Thomas Mann, als er im Jahr 1926 in seinem Vortrag Lübeck als geistige Lebensform die Leit- idee seines zwei Jahre zuvor erschienenen Romans Der Zauberberg be- nannte: [W]elche Idee ist es, die dem „Sorgenkind des Lebens“, dem zwischen die pädagogi- schen Extreme gestellten und ins tödlich Extreme hinaufverschlagenen jungen Aben- teurer in seinem Frosttraume aufgeht, und die er so glücklich mit der Seele ergreift, weil sie ihm als die Idee des Lebens selbst und der Menschlichkeit erscheint? Es ist die Idee der Mitte. Das ist aber eine deutsche Idee. Das ist die deutsche Idee, denn ist nicht deutsches Wesen die Mitte, das Mittlere und Vermittelnde und der Deutsche der mittlere Mensch im großen Stile? Ja, wer Deutschtum sagt, der sagt Mitte; wer aber Mitte sagt, der sagt Bürgerlichkeit, und er sagt damit, wir wollen das aufstellen und behaupten, etwas genau so Unsterbliches, wie wenn er Deutschtum sagte.1 Diese Vorstellung, dass das deutsche Volk eigentlich das Volk der Mitte sei, findet sich in vielen Werken gerade der Weimarer Republik, in der die Mitte – soziologisch, politisch und philosophisch – sichtlich gefähr- det war. Walter Bloem, Verfasser einer offiziösen...

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