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Perspektiven konservativen Denkens

Deutschland und die Vereinigten Staaten nach 1945

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Edited By Peter Uwe Hohendahl and Erhard Schütz

Die Beiträge des vorliegenden Bandes widmen sich vergleichend der Entwicklung des Konservatismus in der Bundesrepublik Deutschland und den USA von 1945 bis heute. Sie gehen dabei auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen und wechselseitigen Beziehungen ebenso ein wie auf die wesentlichen Akteure zwischen Politik und Kultur, Theorie und Praxis. Damit liefert der Band erstmals einen Überblick über diese kulturpolitisch höchst einflussreiche Strömung der jüngsten Gegenwart.
Neben historischen Überblicken bietet der Band vor allem Einzelstudien zu einflussreichen Personen und Positionen – u. a. zu Gottfried Benn, Allan Bloom, James Burnham, Carl Schmitt, Arnold Gehlen, Ernst Jünger, Eduard Spranger, Leo Strauss oder Eric Voegelin, aber auch Analysen zu kulturpolitischen Feldern wie Erziehungswesen, Medien und Militär.

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MAX PENSKY – Anti-Dialectics: Arnold Gehlen and the Fate of Conservative Philosophical Anthropology in Germany 213

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MAX PENSKY Anti-Dialectics: Arnold Gehlen and the Fate of Conservative Philosophical Anthropology in Germany Der Anthropologe und Kulturkritiker Arnold Gehlen zählte zu den einflussreichsten und vielgelesenen Intellektuellen der frühen Bundesrepublik. Während andere Vertreter des konservativen Denkens wie Carl Schmitt und Martin Heidegger einflussreich geblieben sind, hat Gehlens Wirkung nach seinem Tod 1976 stark nachgelassen. Der folgende Beitrag untersucht die Gründe für seine geschwundene Präsenz. Gehlens Wende zur phi- losophischen Anthropologie in den mittleren 1930er Jahren wurde die Grundlage seiner Verteidigung starker sozialer Institutionen in den 1950er und 1960er Jahren. Seine Theorie hob fundamentale Merkmale der biologischen Situation des Menschen hervor, die ihn konstitutiv unfähig machen, mit der Komplexität seiner sozialen Existenz fertigzuwerden, es sei denn, ihm gelingt es, Institutionen aufzubauen und zu erhalten, welche die fehlen- den Instinkte ersetzen. Gehlens Wende zu Basiskategorien war nicht nur das Ergebnis seiner philosophischen Überlegungen, sondern auch das Resultat seiner eigenen nicht gelungenen Selbstgleichschaltung mit der Ideologie des Nationalsozialismus. Während diese Suche nach gemeingültigen Aspekten menschlicher Existenz als eines „definzienten Wesens“ von den westdeutschen Lesern unmittelbar nach dem Krieg und dem Zusam- menbruch als angemessen betrachtet wurde, verlor Gehlens biologische Verteidigung konservativer sozialer Werte in dem Maße an Überzeugungskraft, wie sich die Bundes- republik politisch wie kulturell weiterentwickelte. The philosopher and sociologist Arnold Gehlen’s visibility and influence as a widely read conservative commentator in the Federal Republic of the 1950s and 1960s was profound. While his wartime masterpiece, Man (1940, and a comprehensively...

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