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Kollektive Autorschaft in der Kunst

Alternatives Handeln und Denkmodell

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Edited By Rachel Mader

Das Arbeiten in Kollektiven ist in der Gegenwartskunst zur Selbstverständlichkeit geworden. Werke und Projekte sind häufig Ergebnis von Verhandlungen und dem Zusammenspiel zahlreicher Akteure. Die Kunstgeschichte ist weiterhin dominiert vom Einzelkünstler und seinem Œuvre. Die Beiträge im vorliegenden Band fassen entlang von Fallstudien aus mehreren Jahrhunderten den kreativen Prozess jenseits von Geniekult und Schöpfermythen. Sie stellen Gruppenkonstellationen, Arbeitsmodelle und künstlerische Produktionen von Kollektiven oder Netzwerken detailliert vor und zeichnen Interaktion und Austausch als Teil des kreativen Schaffens nach. Die kollektive Praxis wird dabei zur Denkfigur für eine kunstwissenschaftliche Methodik, die ausgehend von aktuellen Produktionsbedingungen Kunst abseits von traditionellen Kategorisierungen als komplexes Gefüge greifbar macht.

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RACHEL MADER Einleitung 7

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7Einleitung RACHEL MADER Die Frage nach der Autorschaft in der Kunst stellt sich aktuell inner- halb eines ausgesprochen widersprüchlichen Gefüges: Im gleichen Maße wie das Kunstsystem von der Celebrity Culture1 ergriffen ist, hat sich in ihm die Organisationsform der komplex verzweigten Kooperatio- nen oder Netzwerke zur Selbstverständlichkeit gemausert. In dieser Konstellation nach der Idee und den Funktionsweisen einer kollektiven Autorschaft zu fragen, ist denn auch dem Versuch geschuldet, die scheinbare Gegensätzlichkeit der Positionen als bloß vermeintlich of- fen zu legen und dagegen gerade ihre Verstrickung und Bedingtheit – so die These – zu behaupten. Haben frühere Überlegungen zu Autor- schaft und ihren Implikationen eine radikale Befragung der Nütz- 1 Der 2011 erschienene Sammelband, Look at me: Celebrity Culture at the Venice Art Bien- nale (hrsg. von Andrea Sick und Mona Schieren, Nürnberg: Verlag Walther König), widmet sich ausgehend von Beobachtungen anlässlich der Biennale Venedig von 2009 der Frage, wie weit die Verschmelzung zwischen der sogenannten Celebrity Culture und High Art-Events reicht und welche Konsequenzen diese Überschneidungen auf die Kunst, ihre Produktion und ihre Rezeption hat. In dem von Wolfgang Ullrich und Sabine Schir- dewahn 2002 herausgegebenen Band Stars. Annäherung an ein Phänomen untersuchen die AutorInnen anhand unterschiedlicher Beispiele (von Deleuze über Punk-Bands bis zu Fuss- ballern) die plötzliche Aktualität und Omnipräsenz der Celebrity Culture in diversen ge- sellschaftlichen Bereichen. Der Sammelband Superstars von Warhol bis Madonna. Das Prin- zip Prominenz (Brugger 2005) fragt nach den Mustern und...

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