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Primärprozess, Emotionen und Beziehungsmuster in Tagträumen

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Isabelle Meier

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine explorative Studie über Imaginationen. Das Erkenntnisinteresse betrifft die Frage, wie in Imaginationen unbewusste und vorbewusste Beziehungsmuster bearbeitet und neue Erlebnis- und Verhaltensmöglichkeiten erprobt werden können. Untersucht wird, ob Imaginationen den Primärprozess aktivieren und wieweit in ihnen Emotionen und Beziehungsmuster positiver ablaufen als in Wacherzählungen. Im empirischen Teil der Arbeit werden die Hypothesen anhand von 20 Tagträumen von 12 Probandinnen und Probanden untersucht.

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3. Empirische Studien 63

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63 3. Empirische Studien Im folgenden sollen empirische Studien referiert werden, die die The- men Primärprozess, Emotionen und Beziehungsmuster bezüglich Tag- und Nachtträumen betreffen. 3.1 Primärprozess in Tag- und Nachttraum Doch zunächst: ˜hneln sich Tag- und Nachttraum? Worin sind sie gleich, worin unterscheiden sie sich? Wieweit können Primärprozesse bei beiden empirisch erfasst werden? Formaler Vergleich: Der Tagtraum unterscheidet sich vom Nachttraum dadurch, dass man dessen Produktion genau verfolgen und auf Band aufnehmen kann. Beim KiP-Tagtraum lässt sich die Entwicklung des Geschehens direkt beobachten1. Nicht so beim Traum: Traumberichte kommen teilweise erst Wochen später in die Therapie. Mahony (1977) meint denn auch, dass sich Traumgeschichten ändern, je nachdem, wann sie wem er- zählt werden und ob sie mündlich oder schriftlich, in welchem Ton, in welcher Sprache, in welcher Zeit (Gegenwart, Vergangenheitsform) sie wiedergegeben werden. Zentral ist: Man hat es nie mit einem Traum, sondern immer mit einem Traumbericht zu tun. Mertens (2000) weist 1 Der Tagtraum findet in einer Übertragungssituation statt. Eine solche lässt sich auch beim Traumbericht feststellen. 64 ferner darauf hin, dass dieser Traumbericht von verschiedenen Fakto- ren abhängig ist. Erstens von der unterschiedlichen Fähigkeit des Menschen etwas im Kurzzeitgedächtnis zu speichern, zweitens wer- den nur bestimmte Träume aus den verschiedenen Schlafphasen be- wusst und drittens werden nur bestimmte Trauminhalte einem ande- ren Menschen, z. B. dem Therapeuten berichtet. Traumberichte müssen also mit der notwendigen Skepsis betrachtet werden, sie unterliegen einem st...

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