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Mittlere Deutsche Literatur und Italien

Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti

Series:

Federica Masiero

Dieser Band versammelt Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti (*Mirandola 1942, † Padova 2007), der von 1982 bis 2007 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Padua innehatte. Emilio Bonfatti war einer der wichtigsten Repräsentanten der italienischen Forschung zur Mittleren Deutschen Literatur (1400−1750), dessen Arbeiten im In- und Ausland hohes Ansehen genießen. Freunde, Kollegen und Schüler beleuchten verschiedene Themen seines Forschungsgebietes. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche, denen sein besonderes Interesse galt: die deutschsprachige Rezeptionsliteratur mit italienischen Vorlagen und die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Italien in der Frühen Neuzeit. Es finden sich zudem Beiträge zur originalen deutschen Literatur jener Zeit und zur deutschsprachigen Rezeptionsliteratur mit Vorlagen aus anderen Ländern. Der Band umfasst vierzehn Beiträge und eine Darstellung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Emilio Bonfatti. Ein Verzeichnis der Schriften des Geehrten schließt das Werk ab.

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HERBERT JAUMANN Johannes Cochlaeus über Costanzo Felici undOrtensio Lando im Jahre 1535. Aspekte der Politisierung des Ciceronianismus in Italien und Deutschland 85

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85 HERBERT JAUMANN (Greifswald) Johannes Cochlaeus über Costanzo Felici und Ortensio Lando im Jahre 1535. Aspekte der Politisierung des Ciceronianismus in Italien und Deutschland 1 Wahrscheinlich war es der 4. Juli des Jahres 1517, als im Kerker der päpst- lichen Engelsburg in Rom der Kardinal Alfonso Petrucci ohne Zeugen er- drosselt wurde. Damit wurde der Richterspruch vom 22. Juni desselben Jahres vollstreckt, der den Kirchenfürsten wegen des Planes, Papst Leo X. vergiften zu lassen, zum Verlust aller Ämter und zum Tode verurteilt hatte. Antonio Nini, der Chef seines Haushalts (oder auch sein Sekretär), hatte unter der Folter den Attentatsplan preisgegeben und wurde sogleich ge- henkt, worauf man Petrucci mit der Zusage des freien Geleits dazu beweg- te, sich nach Rom zu begeben, wo er am 18. oder 19. Mai gefangen gesetzt wurde. Geboren 1492 als zweiter Sohn des Regenten von Siena, Pandolfo Petrucci, wurde er bereits 1511 unter Papst Julius II. († 1513) aus der urbina- tischen Familie Della Rovere Kardinal, unterstützte aber im Konklave von 1513 die Wahl von Giovanni de’Medici, der als Leo X. daraus hervorging.1 Die Machtpolitik der Medici, die militärisch gegen Urbino und dessen Her- zog Della Rovere gerichtet war und auch Siena und die Herrschaft der Petruc- ci bedrohte, ließ den Kardinal jedoch bald zum geschworenen Feind des mächtigen Papstes aus Florenz werden. Nachdem er versucht hatte, die Spa- nier dazu zu bewegen, seiner Familie mit einer Intervention in Siena zu Hilfe zu kommen, entschloß er sich schließlich, gegen...

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