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Mittlere Deutsche Literatur und Italien

Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti

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Edited By Federica Masiero

Dieser Band versammelt Beiträge zu Ehren von Emilio Bonfatti (*Mirandola 1942, † Padova 2007), der von 1982 bis 2007 den Lehrstuhl für Deutsche Philologie an der Universität Padua innehatte. Emilio Bonfatti war einer der wichtigsten Repräsentanten der italienischen Forschung zur Mittleren Deutschen Literatur (1400−1750), dessen Arbeiten im In- und Ausland hohes Ansehen genießen. Freunde, Kollegen und Schüler beleuchten verschiedene Themen seines Forschungsgebietes. Im Mittelpunkt stehen die Bereiche, denen sein besonderes Interesse galt: die deutschsprachige Rezeptionsliteratur mit italienischen Vorlagen und die kulturellen Wechselbeziehungen zwischen Deutschland und Italien in der Frühen Neuzeit. Es finden sich zudem Beiträge zur originalen deutschen Literatur jener Zeit und zur deutschsprachigen Rezeptionsliteratur mit Vorlagen aus anderen Ländern. Der Band umfasst vierzehn Beiträge und eine Darstellung der wissenschaftlichen Tätigkeit von Emilio Bonfatti. Ein Verzeichnis der Schriften des Geehrten schließt das Werk ab.

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ALFRED NOE Giambattista Marinos Sferza invettiva in einer Wiener Übersetzung von 1655 247

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247 ALFRED NOE (Wien) Giambattista Marinos Sferza invettiva in einer Wiener Übersetzung von 1655 Ohne Zweifel zählt La sferza invettiva zu den weniger bedeutenden Wer- ken von Giambattista Marino (1569–1625),1 der von seinen Zeitgenossen vor allem wegen seines mythologischen Epos L’Adone (Paris 1623) und wegen seiner religiösen Dichtung La strage degli innocenti (Neapel 1632; in der deutschen Übersetzung von Barthold Heinrich Brockes Bethlehemi- tischer Kinder=Mord, Köln und Hamburg 1715) verehrt und in seinen sti- listischen Konzepten nachgeahmt wird. Der aus Neapel stammende und 1615–23 in Paris als Hofdichter zuerst der Königin-Witwe und Regentin Maria de’ Medici dann des Königs Ludwig XIII. wirkende Marino zählt durch die Weiterentwicklung des Petrarkismus in seiner Lyrik (z. B. der drei- teiligen Sammlung La lira, 1608–14) und in dem zwanzig Gesänge umfas- senden, den Zeitgeist entscheidend prägenden mythologischen Epos L’Adone zu jenen Autoren, welche den barocken Konzeptualismus zu rhetorischen Höhepunkten geführt haben, weshalb auch diese Strömung in der italieni- schen Literaturgeschichte mit seinem Namen bezeichnet wird. In Hinsicht auf diese Werke wird der Autor auch ausführlich beschrie- ben in Daniel Georg Morhofens Unterricht von der Teutschen Sprache und Poesie / Deren Ursprung / Fortgang und Lehrsätzen (EA Kiel 1682), laut August Buck2 dem ersten gelehrten Abriss der italienischen Literatur von deutscher Hand. In der zweiten Ausgabe Lübeck und Frankfurt 1700 liest man im II. Capitel Von der Italiäner Poeterey auf Seite 190 zu Marino: „[…] so...

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