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Dante deutsch

Die deutsche Dante-Rezeption im 20. Jahrhundert in Literatur, Philosophie, Künsten und Medien

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Edited By Michael Dallapiazza and Annette Simonis

Der vorliegende Band erkundet die deutsche Dante-Rezeption in der Literatur und den Künsten im 20. Jahrhundert. Er dokumentiert anhand von verschiedenartigen Beispielen die Vielfalt der von der Divina Commedia ausgehenden künstlerischen Anregungen in Moderne und Gegenwart. Besondere Berücksichtigung finden namhafte Autoren wie Thomas Mann, Hugo von Hofmannsthal, Franz Werfel, Arno Schmidt, Peter Weiss, Günter Grass sowie Durs Grünbein. Ferner eröffnet der Band weitere Ausblicke auf die Dante-Rezeption in der Musik, in der Graphic Novel, in Island sowie im Werk von Primo Levi. Die Beiträge gehen aus einer Tagung hervor, die im Oktober 2012 an der JLU Gießen in Kooperation mit der Universität Urbino stattgefunden hat.

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„Ein Traum von einer schmalen Lorbeerkrone“. Zur Dante-Rezeption bei Thomas Mann und Hugo von Hofmannsthal Annette Simonis 11

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„Ein Traum von einer schmalen Lorbeerkrone“ Zur Dante-Rezeption bei Thomas Mann und Hugo von Hofmannsthal Annette Simonis 1. Die frühe Dante-Rezeption bei Thomas Mann und Hugo von Hofmannsthal im Umkreis des Fin de Siècle Was verbindet die Dante-Rezeption von Thomas Mann und Hugo von Hof- mannsthal? Warum ist es sinnvoll, das Verhältnis beider Autoren zu Dantes Divina Commedia einander vergleichend gegenüberzustellen? Obgleich sich Thomas Mann und Hugo von Hofmannsthal im Laufe ih- rer Karriere zu sehr unterschiedlichen Schriftstellertypen entwickelt haben, gibt es durchaus einen gemeinsamen Ausgangspunkt. Beide hatten in ihrer frühen Jugend bereits das ambitionierte Ziel, freie Autoren zu werden und verstanden sich selbst damals jeweils in erster Linie als Lyriker. Während der um etwas mehr als ein Jahr ältere, im Februar 1874 geborene Hofmannsthal in der Tat durch seine Loris-Gedichte bald in den Wiener Kaffeehäusern als jugendliches, etwas frühreifes, aber sehr talentiertes Genie bewundert (und parodiert1) wurde, sind von dem jungen Thomas Mann (geboren im Juni 1875) nur wenige Gedichte aus seiner frühen lyrischen Produktion erhalten. Allerdings verfasste Mann noch als Dreiundzwanzigjähriger, der erst allmäh- lich begann, sein erzählerisches Talent zu entdecken, ein Gedicht in Terzi- nen, das mit dem Titel Monolog überschrieben ist. In dieser Hinsicht berührte er sich mit Hofmannsthals Vorliebe für die Terzinen, etwa in dessen Terzinen über Vergänglichkeit oder in der Ballade des äußeren Lebens. Beide Autoren, Hofmannsthal und Mann, haben also an einer regen Ter- zinenproduktion um die...

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