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Emotionale Dichte und abstrakte Schönheit

Mela Meierhans’ Vokalwerk 1999–2011

Leslie Leon

Die vorliegende Arbeit stellt einen wichtigen Schritt zur systematischen musikwissenschaftlichen Untersuchung von Werk und Arbeitsweise der Komponistin Mela Meierhans dar, deren Schaffen bisher weder erfasst noch erforscht wurde. Dreiundzwanzig Vokalwerke aus der Zeit zwischen 1999 bis 2011 stehen im Mittelpunkt der Untersuchung. Die Kombination von Werkanalyse und Zitaten aus zahlreichen Interviews mit der Komponistin selber und verschiedenen Experten ermöglicht einen differenzierten Blick auf das Werk und den biographischen Kontext.
Vielfältige, oft interdisziplinär angelegte Impulse aus Literatur, Bildender Kunst, Film, Tanz und Architektur prägen die Arbeit der international tätigen Künstlerin mit Schweizer Herkunft. Die Verbindung von «emotionaler Dichte und abstrakter Schönheit» stellt ein ästhetisches Ideal der Komponistin dar und beeinflusst Mela Meierhans’ gesamtes kompositorisches Schaffen.

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15. Elektronisches Studio Basel

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Nach den Jahren in Luzern lebt die Komponistin von 1997 bis 2000 in Basel. Neun Jahre nach dem Wettbewerbsgewinn, mit einer Werkliste von bereits zwölf Kom- positionen, wird Mela Meierhans für vier Semester Gastkomponistin am Elektro- nischen Studio Basel, das zu dieser Zeit von Thomas Kessler geleitet wird.716 Ich habe immer mit Elektronik gearbeitet, war aber immer alleine mit all dem. Ich wollte aber gerne mit anderen zusammenarbeiten. Das Inspirierende an der Mu- sikakademie war, dass […] du mit Kollegen deine eigenen Sachen besprichst, dass du auch ihre analysierst.717 Das elektronische Studio Basel bietet GaststudentInnen die Möglichkeit, für vier Semester am Unterricht teilzunehmen und Projekte innerhalb der Infrastruktur der Musikakademie zu realisieren. Die Auswahl der infrage kommenden Studen- tInnen liegt bei Thomas Kessler, der diese unkonventionell handhabt. Die Bewer- bung geht auf Mela Meierhans’ eigene Initiative zurück.718 Kessler war wie mein Vater, einer, der gesagt hat, man muss nicht ein abgeschlossenes Musikstudium haben, um irgendetwas sehr gut zu machen. Man muss kommen, die Disziplin haben, originell sein, eine Eigenheit haben, die man kompromisslos durch- zieht. […] Ich habe mich da vorgestellt, und Kessler hat sofort gesagt, super, komm’.719 Mit der Arbeit im Elektronischen Studio professionalisiert sich die Komponistin im Bereich der elektronischen Musik und experimentiert mit verschiedenen Tech- niken und Szenarien. Besonders das Verfahren der Live-Elektronik spielt für sie in dieser Zeit eine wichtige Rolle. Sie schreibt kurz nach Canthus to Canthus das Werk Enigma für Ensemble, Stimme und Live-Elektronik (1999), für das Thomas...

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