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Communicating Music

Festschrift für Ernst Lichtenhahn zum 80. Geburtstag – Festschrift for Ernst Lichtenhahn’s 80th Birthday

Antonio Baldassarre and Marc-Antoine Camp

Ernst Lichtenhahn ist ohne Übertreibung ein Doyen der schweizerischen Musikforschung. Als einer der wenigen Musikwissenschaftler im deutschsprachigen Raum hat er unterschiedliche sprachkulturelle und disziplinäre Forschungstraditionen zusammengeführt. In seinem Wissenschaftsverständnis sind historische und systematische Musikwissenschaft, Musikethnologie und Musikpraxis ganz im Sinne des von Guido Adler formulierten holistischen Konzepts sowohl methodisch wie auch inhaltlich immer eng aufeinander bezogen. Mit dem Titel «Communicating Music» versucht diese Festschrift zum 80. Geburtstag von Ernst Lichtenhahn, die durch dieses Verständnis hervortretende Vielschichtigkeit wissenschaftlicher Fragestellungen aufzugreifen und weiterzudenken. Sie versammelt Beiträge, die sich aus ganz unterschiedlichen methodischen und theoretischen Perspektiven mit Fragen nach dem diskursiven Charakter von Musik, den musikalischen Vermittlungs- und Transformationsprozessen sowie dem Sprechen über Musik an sich auseinandersetzen.
Without any exaggeration one can call Ernst Lichtenhahn a doyen of Swiss music research. As one of the few musicologists in the German-speaking sphere he has succeeded in merging different linguistic-cultural and disciplinary research traditions. In his manner of scientific understanding, historical and systematic musicology, ethnomusicology and music practice are methodologically and topically related closely to each other, entirely consistent with the holistic concept of music research as developed by Guido Adler. With the title «Communicating Music», this Festschrift for Ernst Lichtenhahn’s 80 birthday attempts to take up and to further develop the diversity of scientific issues as emerged through such an understanding. It collects papers that come from a variety of methodological and theoretical perspectives to deal with issues about the discursive nature of music, about mediation and transformation processes of music as well as about the discourse on music itself.
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Vorwort: Das Vermitteln reflektierten musikalischen Erlebens

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„Aus der Vielfalt der Möglichkeiten…“ – so beginnt ein Aufsatz von Ernst Lichtenhahn, der seine Annahmen von der Kontingenz musikalischen Handelns, der Diskontinuität musikgeschichtlichen Wandels und einer Deutungsoffenheit musikforschender Arbeit anklingen lässt. Die Möglichkeit, die der emeritierte Ordinarius der Universität Zürich in diesem Aufsatz aus dem Jahr 2001 gewählt hat, bezieht sich auf einen seiner Forschungsschwerpunkte, auf die weitgehend literarisch gestaltete Musikästhetik der deutschen Romantik. Es ist die Möglichkeit eines persönlichen Zugangs zum Phänomen Musik, bei dem am Anfang die Sinnlichkeit des Klingenden steht, um dann durch Reflexion zur Sinnhaftigkeit von Erkenntnissen zu gelangen.1 Als Musikwissenschaftler ist diese Reflexion eine mit Kollegen, Studierenden und Musikinteressierten geteilte, ein Sprechen und Schreiben über Musik. Das individuelle Erleben von Musik wird zu Denkmodellen in Beziehung gesetzt, verbalisiert und zur Diskussion gestellt. „Communicating music“, der Titel dieses Sammelbands, den Freunde und ehemalige Studierende der Universitäten Neuchâtel, Basel und Zürich Ernst Lichtenhahn zu seinem 80. Geburtstag überreichen, versammelt Beiträge über Möglichkeiten des Nachdenkens und der Vermittlung musikalischen Erlebens, gespiegelt in der Vielfalt ihrer Fragestellungen und methodischen Perspektiven.

Die Denkmodelle, die Ernst Lichtenhahns Reflexionen beeinflussen, lassen sich mehrfach verorten. So ist er nicht allein in der deutschsprachigen, sondern auch in der französischsprachigen Musikwissenschaft heimisch und geht damit von unterschiedlichen sprachregionalen Reflexionstraditionen aus (zudem von den zuweilen ebenso bedeutenden, dialektalen Traditionen, die ihn als in Arosa aufgewachsener und lange Zeit in Zürich wirkender Basler umgeben). Er...

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