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Hybridisierung und Ausdifferenzierung

Kontrastive Perspektiven linguistischer Medienanalyse

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Edited By Stefan Hauser and Martin Luginbühl

Hybridisierung und Ausdifferenzierung sind zwei Prozesstypen, die für die massenmediale Textsortengeschichte von grundlegender Bedeutung sind: So werden für ein Medium neue Textmuster nicht von Grund auf neu entwickelt, sondern es werden oftmals Merkmale bereits existierender Textsorten übernommen, adaptiert und transformiert. In der Folge entstehen neue Textsorten, die entweder bestehende Textsorten ablösen und somit etablierte Kommunikationspraktiken ersetzen oder es kommt zu einer Ergänzung des bisherigen Textsortenrepertoires. In beiden Fällen ist es notwendig, die Aufmerksamkeit nicht nur auf einzelne, d.h. isoliert betrachtete Textsorten, sondern auch auf ganze Systeme von Textsorten zu richten; erst so werden die Auswirkungen von Hybridisierung und Ausdifferenzierung auf den «kommunikativen Haushalt» erkennbar.
Dieser Band vereinigt medienlinguistische Beiträge zu Fragen der Textsorten-Hybridisierung und Ausdifferenzierung im Bereich von Online-Medien (Online-Zeitungen und -Zeitschriften, Webforen, Facebook-Profilen, User-Kommentaren, Infografiken) und traditionellen Medien (Zeitungen, Zeitschriften, Fernsehen und Radio). Viele der Beiträge gehen auch medienvergleichend vor.
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Hybridisierung im medialisierten Metasprachdiskurs: Das Beispiel „Kiezdeutsch“

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JANNIS ANDROUTSOPOULOS

This chapter draws on the notions of medialization and hybridization to discuss how academic linguists are contextualized in news stories on language. Research from communication studies suggests three indicators for the medialization of scientific research: extensiveness, pluralisation and polarisation, all of which hold true for media reports on ‘Kiezdeutsch’, a variety of German associated with multicultural urban youth. Based on a corpus of news stories on ‘Kiezdeutsch’, this chapter examines how academic linguists and their statements are presented in these stories and to what extent journalists draw to this purpose on hybridization as a discursive resource. The findings suggest that the medialization of academic experts amounts to weakening their authority while at the same time increasing the news and entertainment value of these stories.

1. Einleitung

Medienberichte über Sprache bzw. Sprachforschung sind ein Schauplatz für den Prozess, den Schäfer (2008) als „Medialisierung der Wissenschaft“ bezeichnet hat – einen Prozess, der durch Zunahme, Pluralisierung und Polarisierung der Berichterstattung über wissenschaftliche Forschungsthemen gekennzeichnet ist. In diesem Beitrag wird die sozialwissenschaftliche Medialisierungsthese auf einen aktuellen Metasprachdiskurs (Spitzmüller 2005) angewandt und dabei durch sprach- und diskursanalytische Kategorien erweitert. Gegenstand ist die Inszenierung von WissenschaftlerInnen und ihren Statements in Beiträgen über ‚Kiezdeutsch‘, ein in den letzten Jahren prominentes Sprachthema in der Medienöffentlichkeit Deutschlands. Nach einer kurzen Vorstellung der Medialisierungsthese und ihrer Übertragung auf den Gegenstand Sprache bzw. Sprachforschung (Abs. 2) wird das hier vertretene Verständnis von ← 207 | 208 → Hybridisierung als...

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