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Schweizer Jahrbuch für Musikwissenschaft- Annales Suisses de Musicologie- Annuario Svizzero di Musicologia

Neue Folge / Nouvelle Série / Nuova Serie- 32 (2012)- Redaktion / Rédaction / Redazione: Luca Zoppelli

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Luca Zoppelli

Der 32. Band des Schweizer Jahrbuchs für Musikwissenschaft stellt das vielfältige Spektrum der musikwissenschaftlichen Forschung in der Schweiz vor. Er beinhaltet ebenso Beiträge von im Ausland tätigen Kollegen. Dazu gehören insbesondere die Überlegungen von Fabrizio Della Seta zu Aspekten der historischen Kontinuität in den Quartetten Helmut Lachenmanns und der zweite Teil der Untersuchung von Joachim Steinheuer zu den stilistischen und rhetorischen Grundsätzen des geistlich-spirituellen Repertoires des 17. Jahrhunderts. Die Beiträge der in der Schweiz tätigen Forscher behandeln die Rolle der Musik im interkonfessionellen Austausch in der Alten Eidgenossenschaft der frühen Neuzeit (Christoph Riedo), die Beziehung zwischen Musik und Emotionen (Andrea Garavaglia) sowie die Formen der Rezeption im Zusammenhang mit der visuellen Interpretation des Repertoires (Georges Starobinski). Florian Bassani präsentiert neue Dokumente zur Tätigkeit des Orgelbauers Willem Hermans in Italien. Schliesslich erhellt Cristina Urchueguía die unterschwelligen, aber deswegen nicht weniger direkten Zusammenhänge zwischen analytischem Leitgedanken und Editionspraxis und untersucht unter diesem Blickwinkel die Auswirkungen der Arbeit Heinrich Schenkers.
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Das ‹Geistlich Meyenlied›: Die Longue durée eines Liedes jenseits musikalischer Gattungen und konfessioneller Grenzen: Christoph Riedo

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Das ‹Geistlich Meyenlied›: Die Longue durée eines Liedes jenseits musikalischer Gattungen und konfessioneller Grenzen

CHRISTOPH RIEDO (Freiburg/CH)

Im Jahre 1644 erschien in Luzern eine Messensammlung mit Kompositionen von Johann Benn. Der im badischen Messkirch um 1590 geborene Benn stand zunächst in der dortigen fürstlichen Musikkapelle als Kapellmeister und Organist in Diensten Georg Wilhelms von Helffenstein und ab 1627 in denen des Grafen Wratislaus von Fürstenberg. Ab 1638 amtierte Benn in Luzern an St. Leodegar im Hof als Organist, wobei er für dieses Amt vom Bischof von Konstanz, der ihn möglicherweise zwischenzeitlich beschäftigt hatte, empfohlen wurde.1 Benns Luzerner Druck mit Messen im konzertierenden Stil trägt den Titel Missae concertatae trivum vocvm, adivncto choro secvndo siue Ripieni A IV. pro beneplacito, & vna Missa ab Octo.2 Lediglich die letzte der insgesamt fünf Messen besteht aus zwei obligaten ← 11 | 12 → vierstimmigen Vokalchören.3 Die restlichen vier sehen zwar ebenfalls zwei Vokalklangkörper vor, allerdings ist dabei jeweils der vierstimmige CATB-Chor als Ripienchor angelegt und ad libitum. Während die vierte Messe, eine Missa pro defunctis, zwei Tenöre, Vokalbass und die Ripienogruppe verlangt, können die beiden Tenorpartien bei der zweiten und dritten Messe wahlweise auch von Sopranstimmen – und damit von Knaben – gesungen werden. Die den Zyklus eröffnende Messe trägt den Titel Missa ober das Geistliche Meyenlied und fordert als einzige einen obligaten Chor bestehend aus Alt, Tenor und Bass. Zusammenfassend fallen am Messendruck folgende verkaufsfördernde Aspekte...

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