Show Less
Restricted access

Schweizer Jahrbuch für Musikwissenschaft- Annales Suisses de Musicologie- Annuario Svizzero di Musicologia

Neue Folge / Nouvelle Série / Nuova Serie- 32 (2012)- Redaktion / Rédaction / Redazione: Luca Zoppelli

Series:

Luca Zoppelli

Der 32. Band des Schweizer Jahrbuchs für Musikwissenschaft stellt das vielfältige Spektrum der musikwissenschaftlichen Forschung in der Schweiz vor. Er beinhaltet ebenso Beiträge von im Ausland tätigen Kollegen. Dazu gehören insbesondere die Überlegungen von Fabrizio Della Seta zu Aspekten der historischen Kontinuität in den Quartetten Helmut Lachenmanns und der zweite Teil der Untersuchung von Joachim Steinheuer zu den stilistischen und rhetorischen Grundsätzen des geistlich-spirituellen Repertoires des 17. Jahrhunderts. Die Beiträge der in der Schweiz tätigen Forscher behandeln die Rolle der Musik im interkonfessionellen Austausch in der Alten Eidgenossenschaft der frühen Neuzeit (Christoph Riedo), die Beziehung zwischen Musik und Emotionen (Andrea Garavaglia) sowie die Formen der Rezeption im Zusammenhang mit der visuellen Interpretation des Repertoires (Georges Starobinski). Florian Bassani präsentiert neue Dokumente zur Tätigkeit des Orgelbauers Willem Hermans in Italien. Schliesslich erhellt Cristina Urchueguía die unterschwelligen, aber deswegen nicht weniger direkten Zusammenhänge zwischen analytischem Leitgedanken und Editionspraxis und untersucht unter diesem Blickwinkel die Auswirkungen der Arbeit Heinrich Schenkers.
Show Summary Details
Restricted access

Jenseits des stile recitativo – Dialog- und Concertatotechniken im geistlichen Concerto und im Madrigale concertato in Italien ca. 1610–ca. 1650. Teil II: Joachim Steinheuer

Extract

Jenseits des stile recitativo – Dialog- und Concertatotechniken im geistlichen Concerto und im Madrigale concertato in Italien ca. 1610–ca. 1650. Teil II

JOACHIM STEINHEUER (Heidelberg)

2.Vertonungen von freien und formalisierten Textdialogen ohne Narration

Im weltlichen wie auch im geistlichen Repertoire der italienischen Vokalmusik in den ersten Jahrzehnten des 17. Jahrhunderts stellen Vertonungen reiner Textdialoge, also von Texten für zwei und mehr Sprecher in durchgehend wörtlicher Rede, keine Seltenheit dar, auch wenn diese insgesamt im Verhältnis zum Corpus überlieferter Stücke nur einen vergleichsweise geringen Anteil des Repertoires ausmachen. Selbst wenn man einstimmige und größer besetzte Stücke außer Acht lässt und allein das Verzeichnis der italienischsprachigen zweistimmigen Stücke und der für zwei und mehr Stimmen geschriebenen Dialoge in John Whenhams Duet and dialogue zugrundelegt, dürfte selbst in diesem Segment der Anteil von Textdialogen kaum mehr als fünf Prozent erreichen. Whenham klassifiziert in seinem Katalog der Duette und Dialoge im gedruckten italienischsprachigen Repertoire ca. 120 Kompositionen in 87 Drucken als Dialoge,1 doch sind hier gleichermaßen Textdialoge in unterschiedlichsten formalen Dispositionen, Stücke mit erzählenden Abschnitten sowie andere dialogisch vertonte Texte aufgeführt und zugleich unterschiedlichste Arten der musikalischen Umsetzung von Echokompositionen bis hin zu konzertierenden Madrigalen subsumiert, in denen vielfach allenfalls partiell kompositorische Merkmale des stile recitativo verwendet werden. ← 39 | 40 →

Nur ganz vereinzelt finden sich selbständige Veröffentlichungen, die gänzlich aus Vertonungen reiner Textdialoge bestehen, hierzu geh...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.