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Schweizer Jahrbuch für Musikwissenschaft- Annales Suisses de Musicologie- Annuario Svizzero di Musicologia

Neue Folge / Nouvelle Série / Nuova Serie- 32 (2012)- Redaktion / Rédaction / Redazione: Luca Zoppelli

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Edited By Luca Zoppelli

Der 32. Band des Schweizer Jahrbuchs für Musikwissenschaft stellt das vielfältige Spektrum der musikwissenschaftlichen Forschung in der Schweiz vor. Er beinhaltet ebenso Beiträge von im Ausland tätigen Kollegen. Dazu gehören insbesondere die Überlegungen von Fabrizio Della Seta zu Aspekten der historischen Kontinuität in den Quartetten Helmut Lachenmanns und der zweite Teil der Untersuchung von Joachim Steinheuer zu den stilistischen und rhetorischen Grundsätzen des geistlich-spirituellen Repertoires des 17. Jahrhunderts. Die Beiträge der in der Schweiz tätigen Forscher behandeln die Rolle der Musik im interkonfessionellen Austausch in der Alten Eidgenossenschaft der frühen Neuzeit (Christoph Riedo), die Beziehung zwischen Musik und Emotionen (Andrea Garavaglia) sowie die Formen der Rezeption im Zusammenhang mit der visuellen Interpretation des Repertoires (Georges Starobinski). Florian Bassani präsentiert neue Dokumente zur Tätigkeit des Orgelbauers Willem Hermans in Italien. Schliesslich erhellt Cristina Urchueguía die unterschwelligen, aber deswegen nicht weniger direkten Zusammenhänge zwischen analytischem Leitgedanken und Editionspraxis und untersucht unter diesem Blickwinkel die Auswirkungen der Arbeit Heinrich Schenkers.
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Wie kam die ‹Urlinie› in den ‹Urtext›? Aporien musikalischer Schrift im Denken Heinrich Schenkers: Cristina Urchueguía

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Wie kam die ‹Urlinie› in den ‹Urtext›? Aporien musikalischer Schrift im Denken Heinrich Schenkers

CRISTINA URCHUEGUÍA (Bern)

Der Astronom ist davon überzeugt, daßjedes System Teil eines höheren Systems ist,das allerhöchste System ist der Schöpfer-Gott selbst.(Heinrich Schenker)1

1.Wie sich die ‹Urlinie› vom ‹Urtext› verabschiedete

Dem Musikwissenschaftler, vor allem dem aus den USA, ist Heinrich Schenker als genialer Musikanalytiker bekannt. Seine Theorie der ‹Urlinie›, nach Oswald Jonas seine «Entdeckung der ‹Urlinie› im Meisterwerk», und die weitreichenden Möglichkeiten, die die daraus entwickelten Analysemethoden eröffnen, um musikalischen Zusammenhang zu beschreiben, machten dort Schule.2 Genießt die ‹Urlinie› in Übersee den Rang eines wissenschaftlichen Theorems, so residiert dieselbe im Denken der an den analytischen Methoden Hugo Riemanns geschulten Musikwissenschaftler der alten Welt in einem quasi unwissenschaftlichen Territorium neben Goethes ‹Urpflanze› und anderen Fabelwesen.

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