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Interkulturelle Literatur in deutscher Sprache

Das große ABC für interkulturelle Leser

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Carmine Chiellino

Als Leser, Herausgeber und Forscher von interkultureller Literatur hat Carmine Chiellino im Laufe von drei Jahrzehnten eine elementare deutschsprachige Terminologie erarbeitet, um über seine Erfahrungen mit der interkulturellen Literatur in Westeuropa und in Nordamerika anders als in den geläufigen Diskursen zu denken und zu schreiben. Die Terminologie ist aus der schlichten Notwendigkeit hervorgegangen, Schreibmodelle und Strategien, eigene Motivationen und fremde Zwänge beim Sprachwechsel, interkulturelle Lebensläufe und Entstehungskontexte, Projekte und Fragestellungen, die in Werken von interkulturellen Schriftstellern aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen vorkommen, stichwortartig zu erfassen. Dieser Band stellt rund 100 Stichwörter vor, die durch Textbeispiele, Werkbeispiele, Autorenbeispiele oder Kontextbeispiele erläutert werden und den Leser unterstützen sollen, die betreffenden Werke interkulturell lesen zu können. Die Textbeispiele sind in der Originalsprache und mit der deutschen Übersetzung wiedergegeben.
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Beglückende Unzugehörigkeit

Beglückende Unzugehörigkeit entsteht durch das plötzliche Wegfallen von alten Zugehörigkeiten und (→) Loyalitäten, die bei dem Entwurf des eigenen interkulturellen Lebensprojektes als Hindernis empfunden werden. Durch ihr beflügelndes Auftreten bestätigt sie die Suchenden in der Vorstellung, dass ihr Vorhaben gelingen kann. Wie aus den folgenden Beispielen zu entnehmen ist, wird beglückende Unzugehörigkeit als Erzählstrategie von interkulturellen Autoren gezielt eingesetzt. Ihr Auftreten kündigt eine umfassende Veränderung im Lebenslauf der Protagonisten an. Ob im Lauf des Romans der Protagonist eine interkulturelle Lebensführung erreicht und für wie lange, wird von Mal zu Mal deswegen anders ausfallen, weil die Gestaltung eines interkulturellen Lebensprojekts nicht vom Protagonisten alleine abhängt.

Werkbeispiele

–  In Albert Memmis Roman Agar, 1955, erleben der Protagonist und seine Freundin beglückende Unzugehörigkeit, solange sie als Bewohner der ‚Cité Universitaire‘, wo sie als schönstes Paar des Campus gelten, ihr gemeinsames Leben ohne jeglichen fremden Einfluss gestalten können.

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