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Interkulturelle Literatur in deutscher Sprache

Das große ABC für interkulturelle Leser

Series:

Carmine Chiellino

Als Leser, Herausgeber und Forscher von interkultureller Literatur hat Carmine Chiellino im Laufe von drei Jahrzehnten eine elementare deutschsprachige Terminologie erarbeitet, um über seine Erfahrungen mit der interkulturellen Literatur in Westeuropa und in Nordamerika anders als in den geläufigen Diskursen zu denken und zu schreiben. Die Terminologie ist aus der schlichten Notwendigkeit hervorgegangen, Schreibmodelle und Strategien, eigene Motivationen und fremde Zwänge beim Sprachwechsel, interkulturelle Lebensläufe und Entstehungskontexte, Projekte und Fragestellungen, die in Werken von interkulturellen Schriftstellern aus unterschiedlichen Sprach- und Kulturräumen vorkommen, stichwortartig zu erfassen. Dieser Band stellt rund 100 Stichwörter vor, die durch Textbeispiele, Werkbeispiele, Autorenbeispiele oder Kontextbeispiele erläutert werden und den Leser unterstützen sollen, die betreffenden Werke interkulturell lesen zu können. Die Textbeispiele sind in der Originalsprache und mit der deutschen Übersetzung wiedergegeben.
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Saragana → Literarische Gruppen im Bereich der interkulturellen Literatur

Solidaritätsgebot → Loyalitäten u. Zugehörigkeiten

Sprachasymmetrie → Referenzen, historische, der gewählten Sprache

Sprachecho / Intersprachige Resonanz

Ein Sprachecho oder eine intersprachige Resonanz liegt vor, wenn sich zwischen den zwei Sprachen, die sich an der Genese des Werkes beteiligen, eine akustische Entsprechung ergibt, die es dem Protagonisten erlaubt, das Eigene im Fremden zu erblicken.

Textbeispiel 1

In Aris Fioretos’ schwedischsprachigen Roman Den siste greken ist folgendes Beispiel für ein Sprachecho zu lesen:

“Och”, sade han och nöp mig i kinden. Hela världen bestod av “och”. [Ny paus.] Du vet väl att hans farmor brukade ta sig för bröstet och stöna då hon hörde frågorna han hittade på? När jag tänker efter tror jag att Jannis måste ha uppfatta hennes óch i det svenska ordet. Varje förbindelse var skön och förgänglig, alltså sved den och gjorde ont.“

„Och“, sagte er [Jannis, der Protagonist, C. C.], stolz, dass er das schwedische Wort für „und“ gelernt hatte, und kniff mich in die Wange. Die ganze Welt bestand aus „och“. [Neue Pause] Du weißt, dass seine Großmutter sich immer an die Brust griff und „òch“ stöhnte, also „ach“ sagte, wenn sie die Fragen hörte, die ihm durch den Kopf gingen? Wenn ich es recht bedenke, glaube...

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