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Der Konjunktiv im Schweizerdeutschen

Empirische Studien zu Stabilität und Wandel im deutschen Modussystem

Michael Wilde

Der schweizerdeutsche Konjunktiv kann sich besser gegen den Indikativ behaupten als der standarddeutsche, dessen Formen vielfach mit denjenigen des Indikativs zusammenfallen. Häufig hat man darin den Grund für die besondere Vitalität des schweizerdeutschen Konjunktivs gesehen. Doch wie lebendig ist er in der aktuellen Sprachverwendung wirklich? Welche räumlichen Gliederungen innerhalb der schweizerdeutschen Dialektlandschaft ergeben sich im Zusammenhang mit dem Konjunktiv? Wie unterscheidet sich sein Formen- und Verwendungsspektrum von dem des standarddeutschen Konjunktivs? Welche Rolle spielt die analytische Bildung des Konjunktivs Präteritum und welches Hilfsverb wird dafür verwendet? Diese und weitere Fragen werden auf der Basis selbsterhobener Daten diskutiert.
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9 Starker Konjunktiv Präteritum bei schwachen Verben (Typ miech)

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9.1 Problemstellung

Bekanntlich gibt es in der deutschen Sprachgeschichte eine Tendenz, die zu einer Verringerung der Mitgliederzahl der Klasse der starken Verben führt: So ist beispielsweise bei bellen und pflegen der Übergang bereits erfolgt, bei backen oder weben existieren dagegen starke und schwache Formen noch nebeneinander (buk/backte, wob/webte, gewoben/gewebt).

Dabei kann hier dahingestellt bleiben, welche Wirksamkeit diese Tendenz im Gegenwartsdeutschen noch entfaltet. Häufig wird ein kontinuierlicher Abbau- und Ersetzungsprozess starker Verben seit dem Ahd. angesetzt, der im Gegenwartsdeutschen in ähnlicher Intensität fortdauert (so etwa bei Roelcke 2011: 138). Demgegenüber hat Augsts Auszählung ergeben, dass der Typenschwund unter den starken Verben v. a. zum Mhd. hin stattgefunden hat und im Wesentlichen um 1750 abgeschlossen war (vgl. Augst 1975: 255f.). Aus seiner Sicht ist der Prozess im Gegenwartsdeutschen zwar nicht beendet, aber doch in seiner Intensität deutlich reduziert.

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