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Personnes déplacées et guerre froide en Allemagne occupée

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Corine Defrance, Juliette Denis and Julia Maspero

Au sortir de la Seconde Guerre mondiale, des millions d’étrangers se trouvent sur le sol allemand : anciens travailleurs forcés, rescapés des camps nazis ou déracinés aux profils multiples. La plupart d’entre eux sont rapatriés après la capitulation allemande, mais presque un million de personnes déplacées (Displaced Persons – DPs), effrayés par l’antisémitisme à l’Est de l’Europe, ou redoutant la montée des régimes communistes, refusent de rentrer dans leur patrie. C’est donc dans les trois zones occidentales de l’Allemagne occupée, exsangue et traversée par des flux incessants, que les DPs vivent pendant plusieurs mois ou années. Leur histoire est multiple et ils en sont à la fois les objets et les acteurs.
Cet ouvrage, rassemblant des contributions en trois langues (français, anglais, allemand), croise les perspectives entre histoire politique et internationale, histoire des migrations, analyses culturelles et études des représentations. Il permet de saisir les interactions entre les décisions internationales, les impératifs des pays d’origine des DPs mais aussi ceux des pays d’immigration, les réalités de l’Allemagne occupée et les besoins et espérances des DPs eux-mêmes. Entre sortie du conflit mondial et début de guerre froide se nouent autour des DPs les grandes problématiques politiques et humaines qui forgent l’histoire des déplacements et du refuge.

In the aftermath of the Second World War, millions of foreign civilians found themselves in the German territory. Among them, there were former forced laborers, survivors from the Nazi camps, many uprooted migrants who had all experienced the war in different ways. Most of them were repatriated after the German capitulation. However, almost one million of these «Displaced Persons» (DPs) refused to go back to their homeland. They were scarred by anti-Semitic violence, or by the rise of communist regimes in Eastern Europe. For a few months, even a few years, they remained mostly in the Western zones of occupied Germany, facing the harsh post-war conditions of defeated Germany. DPs became both targets and actors of global politics dealing with the refugee problem. This book puts together articles in three languages (French, English, and German). The contributions reveal the DPs’ history from different points of view. They rely on the history of international relations at the end of the war and of the various states involved in the DP question, as well as on social and cultural studies. The diversity of methodological patterns allows for a broad comprehension of this singular story at different scales, from the international debates and tensions to the needs and the hopes of the DPs themselves, in the social and political context of post-war occupied Germany. As the end of the war led to the Cold War, the DP question raised most of the political and humanitarian issues that would continue to interfere with the management of population displacements and refugees until the present day.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges befanden sich einige Millionen Ausländer auf deutschem Boden: ehemalige Zwangsarbeiter, Überlebende der NS-Lager und andere entwurzelte Personen. Die meisten von ihnen kehrten nach der deutschen Kapitulation in ihre Heimat zurück; zurück blieben hingegen fast eine Million Displaced Persons (DPs), die den Antisemitismus in Osteuropa oder den Aufstieg der kommunistischen Regime in diesen Ländern fürchteten, so dass sie sich weigerten, in ihre Ursprungsländer zurückzukehren. Sie fanden sich schließlich für mehrere Monate oder gar Jahre in den drei westdeutschen Besatzungszonen wieder, die von den Kriegsfolgen gezeichnet waren und mehrere Millionen von Flüchtlingen aufnehmen mussten. Ihre Geschichte ist vielfältig; bisweilen wird
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Zwischen Nachkriegschaos und Kaltem Krieg. Alliierte Flüchtlingspolitik und die Versorgungssituation von „volksdeutschen Ex-Enemy DPs“ in Österreich (Melanie Dejnega)

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Melanie DEJNEGA

Nur wenige Monate nach der Unabhängigkeitserklärung Österreichs an das Deutsche Reich am 27. April wurde das Land im Juli 1945 in vier Besatzungszonen aufgeteilt. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich neben den rund sieben Millionen Einheimischen über eine Million Displaced Persons (DPs) und andere Flüchtlinge im Land, die Mehrheit davon in der amerikanischen Besatzungszone. Sie waren aus sehr unterschiedlichen Gründen in Österreich gestrandet1: Unter ihnen waren zum einen Opfer der ← 213 | 214 → NS-Verfolgungspolitik wie Holocaust-Überlebende und ehemalige Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen. Zum Anderen – und dies war zahlenmäßig der größere Teil – aber auch Personen, die unter dem Verdacht standen, das NS-Regime unterstützt und/oder von ihm profitiert zu haben. Die größte Gruppe darunter waren evakuierte, geflüchtete oder vertriebene Angehörige deutscher Minderheiten aus Ostmittel- und Südosteuropa. Aber es gab auch Angehörige von Verbänden alliierter oder besetzter Staaten, die während des Krieges mit Deutschland kollaboriert und aus Angst vor Übergriffen mit dem Vorrücken der alliierten Armeen ihre Herkunftsregionen verlassen hatten und sich nun, nach Kriegsende auf österreichischem Territorium befanden.

Versucht man, das politische Erbe des Zweiten Weltkriegs in Europa im Allgemeinen und das Flüchtlings- und DP-Problem im Besonderen zu verstehen, so ist der Umgang der Nachkriegsbehörden mit diesen sehr unterschiedlichen Flüchtlingsgruppen ein wichtiger Schlüssel dazu. Die gegenwärtige Historiographie ist allerdings, abgesehen von wenigen Ausnahmen2, mindestens von einer Zweiteilung des Themas geprägt: Zum einen bilden Displaced Persons – und damit...

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