Show Less

August Rauschenbusch (1816-1899)

Ein Pionier der deutschen Baptisten in Nordamerika

Series:

Andreas Schumacher

Der vorliegende Band der Reihe «New German-American Studies» erörtert anhand der Lebensgeschichte des gebürtigen Westfalen August Rauschenbusch und unter Anwendung gängiger Methoden der deutsch-amerikanischen und transatlantischen Geschichtsschreibung das Schicksal eines deutschen Amerikaauswanderers im 19. Jahrhundert. August Rauschenbusch migrierte 1846 als protestantischer Missionar nach Missouri und hatte später eine angesehene Stellung als Professor und Ausbilder von Predigern an einem deutschsprachigen theologischen Seminar im Staat New York inne.
Der Verfasser rückt durch seine Untersuchung der Biographie eines deutschen Theologen und Einzelauswanderers in den USA heute vergessene oder bisher weitgehend vernachlässigte Forschungsfelder deutsch-amerikanischer Geschichte wieder ins Bewusstsein.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

14. Ein Leben für den Glauben 149

Extract

Kapitel 14 Ein Leben für den Glauben Durch seine Taufe im Mai des Jahres 1850 hatte sich August Rauschenbusch bewusst zur christlichen Lehre bekannt. Bei Besuchen im Land seiner Geburt begegnete man ihm – vor allem seitens der evangelischen Landeskirche – meist mit offener Ablehnung. In der alten Heimat, wo er nicht autorisiert war von der Kanzel zu predigen, ging man auf Abstand zu dem amerikani- schen „Wiedertäufer“. Später begegnete man ihm dann mit mehr Toleranz. Doch auch in Amerika waren seine westfälischen Landsleute nach seiner Taufe auf deutliche Distanz zu ihm gegangen.1 Die Pionierarbeit, die er in Amerika leistete, hat er selbst nie als solche gesehen. Seiner Meinung nach hätte er nur „Boden gebrochen, den andere besäen konnten“.2 Auch hat Rauschenbusch den theologischen Ehrendoktortitel (Doctor of Divinity), der ihm von der University of Rochester 1863 verliehen worden war, nie eigennützig gebraucht und diese Ehrung nach außen hin oft unter dem Mantel der Bescheidenheit versteckt. Als Baptistenprediger versah er oft unbesoldet seine geistliche Tätigkeit. Es war überhaupt ein rastloses, zeitweilig von Krankheiten (Depressionen, Insomnie) und von ungemein viel und harter Arbeit überschattetes, gleichzeitig aber geseg- netes Leben. Den Atlantik hatte er insgesamt zwölf Mal überquert und war schließlich in sein Geburtsland zurückgekehrt. Am Ende hatte er für seinen Glauben alles gegeben. August Rauschenbusch starb 84jährig am 5. Dezember 1899 in Wandsbek.3 In der zum 100jährigen Bestehen der 1 Vgl. Rauschenbusch, Leben und Wirken, S. 172–173;...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.