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«Nur fliegend fängt man Worte ein»

Eva Strittmatters Poetik

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Beatrix Brockman

Mit diesem Band erscheint die erste umfassende und kritische Auseinandersetzung mit dem veröffentlichten Werk von Eva Strittmatter (1930-2011), populäre Dichterin und Briefautorin in der ehemaligen DDR. Er zeigt auf, wie wichtig die Position Strittmatters als Lyrikerin zu nehmen ist, insbesondere da ihr Werk von einer umfassenden theoretischen Struktur untermauert ist. Ihre Gedichte zeichnen sich aus durch eine durchdachte Prosodie und einen vielschichtigen Aufbau; das öffnet ihnen den Zugang zu einer Vielfalt von Lesern.
Beginnend mit einer Betrachtung von Strittmatters Prosaschriften, zeigt die Studie die Entwicklung Eva Strittmatters als Dichterin und die zunehmend theoretische Fundierung ihrer Texte auf. Hauptpunkte, die in diesem Band angesprochen werden, sind die Metapoetik und linguistische Aspekte, die Emanzipation durch Sprache – von der Sklavensprache zur Sprachfähigkeit –, Naturlyrik und Intertextualität. Diese Studie stellt die bisherige Annahme, dass es sich bei Eva Strittmatter um eine ostdeutsche Dichterin von minderer Signifikanz handelt, in Frage und demonstriert, dass ihr ein Platz in der ersten Reihe der großen deutschen Dichterinnen gebührt.

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Kapitel II Sendungen ohne Empfänger - Briefe aus Schulzenhof / Mai in Piešt’any

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Kapitel II Sendungen ohne Empfänger – Briefe aus Schulzenhof / Mai in Piešt’any Was die Existenz in Schulzenhof angeht, so ist sie Werk und Wille meines Mannes, ich bin mit ihm 1954 hierher gegangen.1 — Eva Strittmatter Manchmal kann man nichts Besseres tun, als einen Brief zu schreiben.2 In den Jahren 1977, 1990 und 1995 veröf fentlichte Eva Strittmatter unter dem Titel Briefe aus Schulzenhof eine Auswahl von Briefen aus dem Archiv ihrer umfänglichen Korrespondenz. Begonnen hatte sie 1965 mit dem Schreiben von Briefen im Namen und zur Entlastung von Erwin Strittmatter, der krankheitsbedingt nicht in der Lage war, sich um seine umfangreiche Leserpost zu kümmern. Aus dem pseudonymen „Ich“ als Erwin entwi- ckelt sich in den Briefen sehr schnell über ein „Wir“, das im Namen beider Strittmatters schreibt, ein selbstbewusstes „Ich“ Eva Strittmatters, das in diesen Briefen aus Schulzenhof zu kritischen Fragen zur eigenen Lyrik und den Romanen ihres Mannes Stellung bezieht. Gleichzeitig beschönigt sie das Leben in der DDR an der Seite eines egozentrisch auf sein Werk konzen- trierten Schriftstellers nicht: „[…] denn für uns ist’s ja so, dass wir Arbeit in Menge haben aber zur Arbeit nicht kommen (Ich meine uns Frauen, versteht 1 Eva Strittmatter, Briefe aus Schulzenhof, Bd. 3, 382, Brief vom 06.02.1988. 2 Eva Strittmatter: „Brief II“. In: Sämtliche Gedichte, 116f. 18 Kapitel II sich, die Männer machen ja sowieso nischt außer Geist)“.3 Mit zunehmen- dem Erfolg als Dichterin, die nun ihre eigene Leserpost beantwortet, hat...

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