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«Nur fliegend fängt man Worte ein»

Eva Strittmatters Poetik

Series:

Beatrix Brockman

Mit diesem Band erscheint die erste umfassende und kritische Auseinandersetzung mit dem veröffentlichten Werk von Eva Strittmatter (1930-2011), populäre Dichterin und Briefautorin in der ehemaligen DDR. Er zeigt auf, wie wichtig die Position Strittmatters als Lyrikerin zu nehmen ist, insbesondere da ihr Werk von einer umfassenden theoretischen Struktur untermauert ist. Ihre Gedichte zeichnen sich aus durch eine durchdachte Prosodie und einen vielschichtigen Aufbau; das öffnet ihnen den Zugang zu einer Vielfalt von Lesern.
Beginnend mit einer Betrachtung von Strittmatters Prosaschriften, zeigt die Studie die Entwicklung Eva Strittmatters als Dichterin und die zunehmend theoretische Fundierung ihrer Texte auf. Hauptpunkte, die in diesem Band angesprochen werden, sind die Metapoetik und linguistische Aspekte, die Emanzipation durch Sprache – von der Sklavensprache zur Sprachfähigkeit –, Naturlyrik und Intertextualität. Diese Studie stellt die bisherige Annahme, dass es sich bei Eva Strittmatter um eine ostdeutsche Dichterin von minderer Signifikanz handelt, in Frage und demonstriert, dass ihr ein Platz in der ersten Reihe der großen deutschen Dichterinnen gebührt.

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Kapitel III Poesie und andere Nebendinge - Die Poetik von Eva Strittmatter

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KAPITEL III Poesie und andere Nebendinge – Die Poetik von Eva Strittmatter Ich möchte, dass auf die Klassifizierung meiner Gedichte als „schlicht und innig“ verzichtet wird, es beleidigt mich. — Eva Strittmatter1 Ihre Gedanken zu Poetik, Zielen und Stilmitteln, die für ihre Lyrik maß- geblich sind, und die sie zum Teil bereits verstreut in den Briefen aus Schulzenhof formulierte,2 sammelt und konzentriert Eva Strittmatter im zweiten Teil des 1983 erschienenen Band Poesie und andere Nebendinge.3 Benannt nach diesem zweiten und nur ein Drittel des 144 Seiten starken Bändchens umfassenden Teil, enthält er die Niederschrift und Ausarbeitung von Tonaufnahmen, die Eva Strittmatter „Poesie und andere Nebendinge. Auskünfte für einen Film“4 nennt, sowie eine Sammlung von Essays, die sie zuvor in der Neuen Deutschen Literatur veröf fentlicht hatte. Auf diese wird hier nicht näher eingegangen. Die Aufnahmen für den Dokumentarfilm über Eva Strittmatter, der von Ernst Cantzler und Holmar-Attila Mück produziert wurde und der „Ich sehe was ich seh“ heißen sollte, fanden 1980/81 statt. Seine Ausstrahlung wurde jahrelang (vermutlich im Rahmen der Repressalien rund um die Veröf fentlichung von Erwin Strittmatters 1 Eva Strittmatter, Briefe aus Schulzenhof, Bd. 2, 147, Brief vom 12. Februar 1978. 2 „[…] ihr Myzel“. Briefe aus Schulzenhof, Bd. 3, Seite 190. 3 Berlin: Aufbau, 1983. 4 Ebd., 97. 52 KAPITEL III Wundertäter III) von der Zensur blockiert.5 Über mehrere Jahre finden sich wiederholt Bemerkungen in den Briefen aus Schulzenhof, die darauf hinweisen, dass der...

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