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«Nur fliegend fängt man Worte ein»

Eva Strittmatters Poetik

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Beatrix Brockman

Mit diesem Band erscheint die erste umfassende und kritische Auseinandersetzung mit dem veröffentlichten Werk von Eva Strittmatter (1930-2011), populäre Dichterin und Briefautorin in der ehemaligen DDR. Er zeigt auf, wie wichtig die Position Strittmatters als Lyrikerin zu nehmen ist, insbesondere da ihr Werk von einer umfassenden theoretischen Struktur untermauert ist. Ihre Gedichte zeichnen sich aus durch eine durchdachte Prosodie und einen vielschichtigen Aufbau; das öffnet ihnen den Zugang zu einer Vielfalt von Lesern.
Beginnend mit einer Betrachtung von Strittmatters Prosaschriften, zeigt die Studie die Entwicklung Eva Strittmatters als Dichterin und die zunehmend theoretische Fundierung ihrer Texte auf. Hauptpunkte, die in diesem Band angesprochen werden, sind die Metapoetik und linguistische Aspekte, die Emanzipation durch Sprache – von der Sklavensprache zur Sprachfähigkeit –, Naturlyrik und Intertextualität. Diese Studie stellt die bisherige Annahme, dass es sich bei Eva Strittmatter um eine ostdeutsche Dichterin von minderer Signifikanz handelt, in Frage und demonstriert, dass ihr ein Platz in der ersten Reihe der großen deutschen Dichterinnen gebührt.

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Kapitel VII Begegnungen und Umschriften - Intertextualität in Strittmatters lyrischem Werk

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Kapitel VII Begegnungen und Umschriften – Intertextualität in Strittmatters lyrischem Werk Wer später schreibt, lebt von frühester Kindheit an im Bann der Kunst, speichert selektiv Poesie und Literatur. — Eva Strittmatter1 Schon als junges Mädchen beschäftigte sich Eva Strittmatter viel mit Literatur. Mit zwölf las sie von Rilke, was sie bereits verstehen konnte – anderes von Rilke später2 –, Heine hatte sie „1945, mit fünfzehn, durch- gelesen“, Eichendorf f ausgelesen.3 Außer der schriftlichen Fixierung ihrer Poetik ist besonders die Beschäftigung mit der Weltliteratur von Goethe zu Puschkin, von Lord Byron zu Charles Dickens, von Else Lasker-Schüler zu Hilde Domin, von Laotse zu Tadeusz Różewicz Thema ihres Prosabandes Poesie und andere Nebendinge. Diese kontinuierliche Auseinandersetzung mit Literatur hat sich auch in Strittmatters Lyrik niedergeschlagen. Häufig adressieren Gedichte alte Klassiker, noch öfter aber verweisen Melodie, Reimschemata oder Metrik auf intertextuelle Bezüge in Strittmatters Gedichten. Auch mit den bildenden Künsten, besonders der Malerei, beschäftigte sich Eva Strittmatter intensiv. Ein Großteil der Briefe aus Schulzenhof ist 1 Eva Strittmatter, Poesie und andere Nebendinge, 100. 2 Später las sie was ihr „in der Jugend verschlossen war, die Elegien vor allem die Sonette, den ‚Malte‘, die Briefe.“ Eva Strittmatter, Poesie und andere Nebendinge, 101. 3 Ebd. 182 Kapitel VII an den Maler Hermann Roehricht gerichtet, zu dem der Kontakt nach seiner Ausreise in die Bundesrepublik abbrach. Für den jungen Hubertus Giebe, den Strittmatter 1974 kennenlernte, wurde sie zur Mäzenin. Mit...

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