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Prosozialität im Islam

Ihre Lehren und Dimensionen im Koran und Hadith

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Özden Güneş

Der Islam soll den Muslim zu einem ethischen und prosozialen Leben führen. Entgegen dem heutigen Islambild ist festzuhalten, dass jede Art von Prosozialität, gegenüber allen Lebewesen und allem, was existiert, eine vom Islam nicht nur erwünschte, sondern bei jedem Anlass mit Nachdruck geforderte Haltung ist. Aus der aktuellen Lage der Anschläge politisch-religiöser Bewegungen, der Missdeutung des Islams und der notwendigen universalen Solidarität heraus sollten die Ideale des Islams als eine Bereicherung und konstruktive Kraft der globalen Prosozialität, der Solidarität und des Friedens erkannt und gefördert werden. Die hermeneutische Methode ermöglicht das Erfassen der prosozialen Sinnzusammenhänge im Koran und in der Sunna.

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5. Ideale und Motive des „Prosozialen“

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5.  Ideale und Motive des „Prosozialen“

Wahrlich, Allah gebietet, gerecht (zu handeln), uneigennützig Gutes zu tun und freigiebig gegenüber den Verwandten zu sein; und Er verbietet, was schändlich und abscheulich und gewalttätig ist. (Koran R 16/90)660.

Wie jede andere Religion unterstützt auch der Islam die zwischenmenschliche Hilfe. So werden den Gläubigen obligatorische Hilfeleistungen auferlegt und dieses wird dann institutionalisiert (vgl. Koran 4/36; 30/38; 2/177 u.a.). Zudem wird ihnen auf verschiedenen Ebenen prosoziales Verhalten gegenüber den Mitmenschen nahegelegt. Dabei wird es aber optional den Gläubigen selbst überlassen, in welcher Form (Koran 16/90)661 sie prosozial sein möchten. So wird z. B. das gänzliche Unterlassen von infāq als der Grund genannt, warum Armut, Unruhen und Kriege ausbrechen. Im Koran heißt es dazu: „Spendet auf dem Wege Gottes und stürzt euch nicht mit euren Händen ins Verderben: seid wohltätig, denn Allah liebt die Wohltätigen“ (Koran 2/195).

Betrachten wir z. B. den Kontext der Dinge, die im Koran als „al-ʿamal aṣ-ṣāliḥ662“ bezeichnet werden, so können wir sagen, dass er sinngemäß der Prosozialität entspricht. Die aufgeführten Beispiele für „al-ʿamal aṣ-ṣāliḥ“ sind durchweg prosoziale Einstellungen und Handlungen. Im Koran heißt es z. B. sie sollen jenen, die ungerecht zu ihnen waren oder Unrecht taten, verzeihen, nachgeben und vergeben (vgl. Koran 3/159; 5/13; 42/40) und für sie...

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